Software-Guide: 3D-Modellierung und CAD
3D-Modelle von Thingiverse und Co. runterzuladen ist zwar ganz nett, aber seien wir doch mal ehrlich: Die richtigen Maße haben die angebotenen Teile meist eh nie und oft fehlt noch der letzte Schliff. In diesem Artikel stellen wir Dir fünf Programme vor, mit denen Du die Modellierung endlich selbst hin die Hand nehmen kannst: für den Anfänger bis zum Vollprofi.
Beschäftigen werden wir uns für die Einsteiger mit hauseigenen Windows Bordmitteln, dem 3D Builder, SketchUp als Einsteigersoftware und Blender für den eher professionelleren Heimanwender. Für den fortgeschrittenen Nutzer präsentieren wir Creo, SolidWorks und AutoCAD. Welches Tool am besten passt, erfährst Du am besten durch Ausprobieren. Die Einsteigertools sind allesamt kostenlos. Die Tools für Fortgeschrittene bieten zumindest alle eine Testphase an.
Für den blutigen Anfänger: 3D Builder
Für den 3D-Builder musst Du, wenn Du einen Windows-Computer besitzt, noch nicht einmal etwas herunterladen, denn das Tool gehört zu den Bordmitteln von Windows. Hier lassen sich 3D-Modelle importieren, Grundformen aus einer Liste auswählen und diese mir ein paar grundlegenden Tools bearbeiten. Dazu gehört die Modifikation von Oberflächen oder das Ausschneiden von bestimmten Bestandteilen der Formen.
Im Prinzip nicht der Rede wert, aber erste einfache Objekte, die für einen Testdruck verwendet werden sollen, lassen sich damit erstellen. Wer mag, kann über den integrierten 3D-Druckservice auch 3D-Modelle bestellen. Unseren Testbericht findest Du hier.
Mit Schwächen, aber sehr einfache Bedienung: SketchUp
Mit SketchUp kann man zwar auch komplizierte Modelle erstellen, aber das Programm hat einen Vorteil: Es ist sehr einfach. Kaum das Programm geöffnet, so kann man in ein paar Sekunden schon den Turm von Pisa nachzeichnen.

Die kostenlose Version von SketchUp befindet sich im Browser. In der Pro-Version geht es dann auch zum Desktop.
Die einfache Handhabe steht einer guten Funktionalität dabei leider etwas im Weg. Mit Beharrlichkeit und einigen Plug-ins aus dem Extension Warehouse lassen sich einige ansehnliche Modelle zaubern, die dem 3D-Modellier und 3D-Druckanfänger Freude bereiten können. Unseren kompletten Testbericht findest Du hier.
Der Primus: SolidWorks
SolidWorks ist der Platzhirsch unter den 3D-Modellierung Softwares. Von zeichnen bis rechnen kann man hier alles. Leider ist die Software eher für Unternehmen mit kommerzieller Nutzung gedacht. Daher ist es für Hobbyanwender nicht rentabel. Studenten können sich aber eine kostenfreie Version herunterladen. Allerdings ist der Umfang für eine Hobbyanwendung auch zu groß, da hier gleich Simulationsprogramme dabei sind.

Eine Zeichnung besteht hier aus mehreren Skizzen, welche aufeinander aufbauen.
Aufgrund der vielfältigen Anwendungsbereiche ist es ein sehr gutes Programm. Hier können viele Berechnungen wie Strömungen und Bruchgefahren direkt implementiert werden. Aber es gibt auch zusätzlich viele unterstützende Programme, was die Position des Platzhirsches festigt.
Slicer gleich integriert: Creo
Creo ist ein Underdog, nicht sehr bekannt. Die Firma PTC Inc. ist aber auch nicht groß in der Werbung. Doch sind die Funktionen zukunftsorientiert und unkonventionell. Zum Beispiel wird das Zeichnen ohne echte Skizzen erledigt. Hier baut eines auf dem anderen auf. Auch Referenzen werden automatisch gesetzt oder bestätigt wird kurzer Hand durch das Drücken des Mausrades.

In Creo wird einfach darauf losgezeichnet, kein lästiges Skizzen verknüpfen oder Referenzen suchen.
Creo ist ein Modellierungsprogramm was in die Zukunft geht. Die neuste Variante besitzt nicht nur Simulationstools, nein auch ein hauseigener Slicer ist auf Wunsch dabei. Leider ist auch diese Version nur für Studenten kostenfrei. Creo lässt sich seine Innovation gut kosten und ist daher auch nur für kommerzielle Nutzung interessant.
3D-Modellierung mit Design: Blender
Blender ist nicht irgendeine Software. Nein, Blender ist das Open Source-Angebot in der Reihe der 3D-Modellierungsprogramme. Hinter Blender steht somit eine große Entwicklergruppe, die die Software nach und nach verbessern. Für den Home-Designer ist Blender sicherlich die erste Wahl, denn Blender kann sich aber auch heute schon sehen lassen:
Besonders hervorheben muss man die Möglichkeit die 3D-Objekte zu animieren und Filme zu erstellen. Blender bietet die Möglichkeit einer intelligenten Kameraführung mit Einstellung aller Details, wie die Beleuchtung. So sind mit Blender schon ganze animierte Filme entstanden. Ein Beispiel gibt es hier.
Für absolute Profis mit Blick für das Millimetermaß: AutoCAD
Das bekannte Tool AutoCAD darf natürlich nicht fehlen. Für den Heimanwender sicherlich dezent übertrieben, aber wer das nötige Kleingeld hat, kann bei Autodesk, dem Hersteller von AutoCAD, in dieses oder eines seiner vielen Nebenprodukte investieren.
AutoCAD überzeugt mit seiner präzisen und schnellen Arbeit. Für Profi-Anwender gibt es zwar beispielsweise mit Cinema 4D, CATIA oder naoCAD viele Alternativen, aber der Klassiker für Windows und macOS hat zumeist die Nase vorne.