Aurora Nanoleaf: modulare Beleuchtung aus der Zukunft

Glühlampen, LED-Strips, LED-Lampen – all diese Beleuchtungsmittel gibt es seit Jahren. Doch was, wenn man etwas Abwechslung braucht? Nanoleaf will mit dem neusten Produkt, dem Aurora, eine einzigartige Lösung für Raumbeleuchtung und Atmosphärengestaltung schaffen. Zusätzlich soll sich diese seit kurzem modular erweitern lassen.

Seit 2012 beschäftigt sich die Firma Nanoleaf mit kreativen Lösungen für Raumbeleuchtung. Bei dem Nanoleaf Aurora handelt es sich um Lichtpanele, die miteinander verbunden werden können und mit dem Smartphone gesteuert werden. Die Integration mit Amazon Alexa und Apple Homekit ist für eine smarte Lichtlösung, so wie diese, essentiell. Doch dazu später noch etwas mehr.

Installation

Im Starterset befinden sich neun Aurora Lichtmodule und ein Steuerungsmodul sowie ein Netzadapter und kleine Verbindungselemente. Sobald das Steuerungsmodul mit Strom vom Netzadapter versorgt ist und die Lichtmodule mithilfe der Verbindungselemente verbunden sind, kann das Aurora eingerichtet werden. Es ist empfehlenswert, zuerst alles auf einem flachen Untergrund aufzubauen und erst später auf der Wand zu montieren.

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Da die Lichtmodule mithilfe von bereits vormontierten Klebestreifen an der Wand befestigt werden, ist ein erneutes Organisieren der Module nur schwer zu verwirklichen. Daher empfehlen wir im Voraus das finale Aussehen des Auroras zu planen. Seit dem letzten App-Update ist es auch möglich, ein Aurora virtuell zu gestalten und alle Möglichkeiten auszuprobieren. Zusätzlich ist es möglich, einen QR-Code auszudrucken, auf die Wand zu kleben und dann mit der App eine virtuelle Version der Aurora generieren zu lassen. Damit erspart man sich das ewige Ausprobieren und kann sogar vor dem Kauf des Geräts feststellen, ob es sinnvoll ist.

9 Aurora Lichtmodule, Steuerungsmodul, Netzadapter und zahlreiche kleine Verbindungselemente

Einrichtung

Unser Nanoleaf Aurora wurde vor längerer Zeit eingerichtet, als das neue App-Update noch nicht veröffentlicht worden war. Beim Verbinden mit dem WLAN hatten wir jedoch einige Schwierigkeiten, die sich nur durch Aus- und wieder Einschalten beheben ließen. Laut Kundenrezensionen auf Amazon und Co. waren wir scheinbar nicht die Ersten. Wie viel sich die Einrichtung mit dem neuen Update verbessert hat, können wir leider nicht sagen. Falls nichts schiefgeht, erklärt sich die Einrichtung prinzipiell von alleine: App installieren, Account erstellen, mit Aurora verbinden, WLAN suchen und sich damit verbinden (und ein wenig Glück haben). Zum Schluss gibt man noch dem Aurora einen Namen und weist es einem Raum zu.

Hier die 3M-ähnlichen Klebestreifen mit denen das Aurora auf der Wand montiert wird. Sie halten sehr fest und würden beim Abnehmen von der Wand wahrscheinlich Spuren hinterlassen oder Teile der Farbe mit sich nehmen.

Es werde Licht!

Sobald alles eingerichtet ist, kann der Spaß beginnen: Denn das Aurora besteht nicht nur aus einer oder zwei Lampen; nein, es sind neun Lichtpanele, die individuell angesteuert werden können. Zudem wird diese Funktion auf eine interessante Art und Weise umgesetzt: Man erhält die Option, einzelne Lichtpanele einzufärben. Zuerst wählt man eine Farbpalette (diese kann selbst ausgesucht werden oder es kann auch eine Vorlage genommen werden), danach kann man einzelne Farben der Palette auswählen und mit diesen Farben die Lichtpanele einfärben.

Die Farbinformationen werden in Echtzeit auf das Aurora übertragen, wodurch man quasi in Echtzeit die Wand mit farbigem Licht bemalen kann – ein beeindruckendes Spektakel! Das wahre Potenzial des Auroras kommt erst mit den vielen Animationen ans Licht. Hier lassen sich unterschiedliche Lichtszenen einstellen, bei denen sich die Farbe in einem bestimmten Muster ändert. Neben den Animationsarten können auch die Helligkeit und Geschwindigkeit der jeweiligen Animation eingestellt werden. Wer beispielsweise keine Lust hat, die Lichtpanele einzeln einzufärben und dennoch einen schönen, statischen Übergang haben will, kann einfach eine Animation starten und dann die Geschwindigkeit auf null setzen.

Hier liegt das Aurora auf dem Tisch und ist bereit, an der Wand aufgehängt zu werden.

Lichtszenen herunterladen

Ein großer Pluspunkt von Nanoleaf Aurora ist die Vielfalt an Möglichkeiten, mit denen man seinen Raum beleuchten kann. Wer auf der Suche nach etwas Inspiration ist, kann auch von anderen Benutzern hochgeladene Lichtszenen ausprobieren und per Klick herunterladen. So stößt man unter anderem auch auf unerwartete Farbkombinationen wie das Orange-Weiß von „Findet Nemo“ oder die bunten Google Farben. Und, was wäre eine smarte Lichtlösung ohne die klassische Sonnenuntergang-Szene? Mit Zeitschaltplänen kann man das Aurora so einstellen, dass man von einer warmen Sonnenaufgangsanimation geweckt wird. Ich persönlich verwende seit Jahren eine Philips-Hue Lampe in Kombination mit dem Hue LED-Strip, um vor allem im Winter von einem warmen Licht geweckt zu werden. Nun ist auch das Aurora dafür verantwortlich.

Unter dem Tab „Discover“ bzw. „Entdecken“ können von anderen Benutzern hochgeladene Lichtszenen ausprobiert und installiert werden.

Nanoleaf Rhythm: ein kleiner Blick in die Zukunft

Da die einzelnen Lichtpanele des Aurora mithilfe kleiner Kontaktplättchen verbunden werden, ist es auch möglich, andere Module mit dem Aurora zu verbinden. Nanoleaf hat hierzu bereits erste Prototypen vorgestellt und einer davon ist das Nanoleaf Rhythm Modul. Dieses kleine Gerät wird an das Aurora angesteckt und kann dank des eingebauten Mikrofons das Aurora der Musik entsprechend steuern. Ein weiteres Produkt, das in Kürze auf den Markt kommen soll, ist die Nanoleaf Remote – eine Fernsteuerung in Form eines Dodekaeders.

Die Software: spontan und unzuverlässig

Die Bewertung des Nanoleaf Aurora ist uns sehr schwer gefallen, da die Hardware unfassbar modern, minimalistisch und futuristisch aussieht, jedoch die Software alles andere als intuitiv und verlässlich ist. Wie bereits beschrieben, gab es bei der Installation des Auroras die ersten Schwierigkeiten, doch mit diesen war nicht Schluss. Das größte Manko derzeit ist die kaum funktionierende Alexa-integration. Vor allem in einer Zeit, in der selbst die billigsten “smarten Steckdosen” und LED-Lampen durch Sprachkommandos mittels Amazon Alexa problemlos gesteuert werden können, ist es peinlich, dass bei einem über 200 € teurem Gerät regelmäßig die Meldung “Das Gerät reagiert nicht” gekommen ist.

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Dieses Jahr hatten wir während der IFA in Berlin die Chance, den COO von Nanoleaf zu treffen und wurden von ihm informiert, dass dieses Problem vor allem bei Netzwerken mit mehreren Routern der Fall sein kann. Dies ist eine enttäuschende Nachricht, jedoch würden die Entwickler bei Nanoleaf daran arbeiten, so der COO. Sobald das Problem behoben wird, werden wir auch diesen Review entsprechend aktualisieren. Abgesehen von der Software gibt es auch bei der Hardware ein kleines Problem: Einige User (wir inklusive) haben bemerkt, dass das Steuerungsmodul, in dem der WLAN Sensor verbunden ist, einen leisen Ton auf sehr hoher Frequenz abgibt. Einige Leute hören ihn nicht, andere können ihn kaum aushalten.

Vor allem wenn man die App bereits offen hat und zwischen unterschiedlichen Apps wechselt, kommt oft die Meldung, dass keine Verbindung zum Aurora besteht.

Technische Daten

Helligkeit1000 Lumen / Lichtpanel
Farbtemperatur1200K – 6500K
Energieverbrauchbis zu 2W / Lichtpanel
max. Anzahl an Panels30
Größes eines PanelsHöhe: 21cm | Länge 24cm
Gewicht eines Panels210 Gramm
Leuchtstunden25.000

Fazit: vielversprechende Hardware mit mangelnder Software

Das Nanoleaf Aurora ist und bleibt ein beeindruckendes und vor allem einzigartiges Gerät, welches perfekt in die Start-Up-Nische fällt. Begonnen mit Indiegogo, arbeitet sich die Firma Schritt für Schritt weiter hinauf und stellt beeindruckende Produkte vor. Als User hat man jedoch den Nachteil, dass man teilweise die Funktion einer Testperson übernimmt.

Das Nanoleaf Aurora ist die erste Generation eines neuen Produktes und kommt mit eindeutigen Nachteilen. Diese sind jedoch bis auf das leicht piepsende Geräusch des Steuerungsmoduls ausschließlich softwarebasiert. Falls Nanoleaf diese Probleme ordentlich beheben kann, ist diese Lichtlösung definitiv seinen doch recht steilen Preis wert. In der derzeitigen Form ist das Aurora echten “Lichtfanatikern” und Personen, die sich in das Konzept verliebt haben, ebenfalls zu empfehlen.

Alle, die sich noch nicht entscheiden können, ob das Aurora für sie das Richtige ist, sollten definitiv die App herunterladen und den „Aurora Layout Assistant“ ausprobieren, bei dem es möglich ist, digital ein Aurora auf die Wand zu montieren.

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ProContra
einzigartiges Designäußerst unzuverlässige Verbindung
Modularitätsehr unausgereifte Alexa-Integration
kann sehr hell werden und einen ganzen Raum ausleuchtenhoher Preis
Animationen, die für mehr Dynamik sorgenkeine Steuerung außerhalb des WLAN-Netzwerks
es wird kein Hub / Bridge benötigtnoch keine Integration mit Google Home, diese ist aber angekündigt

7.9Score7Funktion8Bedienung9.7Design6.5Preis/Leistung8.5Editor's Choice

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Transparenz ist uns wichtig. Deshalb möchten wir Euch nicht vorenthalten, dass uns von der Firma Nanoleaf ein Preisnachlass von 50 % für das Testgerät gutgeschrieben wurde. Das Gerät wurde bei matw.de gekauft. Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieser Umstand selbstverständlich keinerlei Auswirkung auf unser Testergebnis hat. Bei APPkosmos.de liest Du keine gekauften Texte, sondern immer die ehrliche Meinung unserer Autoren. Das liegt uns sehr am Herzen.

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