APPventskalender #19: Zoom Meetings – Was kann das Videotelefonie-Tool?

Meeting-Tools haben wir hier schon einige vorgestellt: von Jitsi Meet, über Skype bis Discord. Ein Lieblingstool vieler Menschen in der Arbeitswelt, von Dozenten an der Hochschule oder in der Schule ist Zoom. Einfach soll es sein, aber stimmt das auch?

Ein Klassiker bei der Videotelefonie.

Öffnet man Zoom auf dem Computer, erscheint ein minimalistisches Fenster mit zwei Buttons: „An Meeting teilnehmen“ oder „Anmelden“. Ersteres dürfte der klassische Use Case sein, wenn die Einladung zu einem Meeting per Mail oder auf anderem Wege eingegangen ist. Zum Zutritt des Meetings benötigt man lediglich die Meeting-ID. Bei einigen Meetings kommt dann noch das Kennwort dazu. Das kennt man von den gängigen Meeting-Tools da draußen. Auch die Anmeldung selber ist nicht spannend. Single Sign-on für eine Zoom Instanz für eine bestimmte Organisation, mit Google oder Facebook sind die Optionen.

Die Anmeldung gibt die Möglichkeit nun selbst Meetings zu starten oder zu planen. Die Oberfläche ist hier sehr minimalistisch gehalten, sodass wirklich alles Wichtige auf einen Blick erkannt werden kann. Gut sind die vielen Einstellungsmöglichkeiten bei der Planung eines Meetings: ein selbstgewähltes Kennwort, ob das Video direkt zu Beginn des Meetings angeschaltet für den Host und die Nutzer sein soll oder nicht und die Exportmöglichkeit für verschiedene Kalenderformate. Dem Nutzer wird hier die volle Kontrolle überlassen.

Von Warteräumen, Drop-out-Sessions und Videoqualität.

Interessant ist auch die Möglichkeit, einen Warteraum einzurichten. So kann der Host die Nutzer eintreten lassen, sobald das Meeting beginnt. Neben den klassischen Features, bietet Zoom auch an, dass das Videotelefonat aufgezeichnet wird. Rauskommen tun hier sehr schöne und klare Videoaufnahmen. Diese sind in unserem Test von der Qualität noch einmal besser gewesen als die eigentliche Übertragung und werden lokal auf dem Computer gespeichert. Bzgl. der Video- und Tonqualität und der Stabilität kann Zoom überzeugen. Sowohl die Stabilität als auch die Qualität liegen bspw. deutlich über dem Tool Jitsi Meet, welches wir neulich getestet hatten.

In der Gratis-Version sind Meetings mit mehr als zwei Personen auf 40 Minuten gedeckelt. Das ist schade, wäre aber leicht bei einem vernünftigen Pro-Tarif zu lösen. Leider sind eigentlich alle pro-Tarife nur für Unternehmen oder andere Organisationen vorgesehen. Hier kostet eine Lizenz pro Nutzer gerne 140 Euro bei jährlicher Zahlung. Für den Privatgebrauch ist das natürlich nichts. Wer sich trotzdem für eine Pro-Version interessiert, dem sei gesagt, dass mit den sogenannten Drop-out-Sessions und der Cloud-Aufzeichnung der Telefonate interessante Features integriert sind. Mit den Drop-out-Sessions lassen sich für Gruppenarbeitsphasen o. ä. größere Anrufe noch mal in kleinere Anrufe unterteilen, die man nach Belieben wieder zusammenfügen kann.

Fazit: Zoom kann überzeugen, macht es sich aber beim Datenschutz schwer.

Zoom ist sehr einfach in der Bedienung. Das muss man dem Tool lassen. Interessanterweise geht dies nicht zulasten des Funktionsumfangs. Zoom hat alle klassischen Features an Bord und bietet mit pfiffigen Tools, wie einem Warteraum oder Drop-out-Sessions auch manches mehr als die Konkurrenz. Auch die Video- und Tonqualität kann insgesamt überzeugen. Im Sommer gab es große Datenschutzvorwürfe gegen Zoom. Diese sollen allerdings mittlerweile behoben worden sein. Für die beim Nutzer noch nicht ganz restlos ausgeräumte Bedenken beim Datenschutz sowie die Begrenzung auf Meetings mit einer Höchstdauer von 40 Minuten gibt es hier beim Funktionsumfang Punktabzug.

7.4Score7Funktion9Bedienung6Design8Umfang7Editor's Choice

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