Kommentar: Geiz ist geil

Stell‘ dir vor Du hast eine tolle Geschäftsidee und alle wollen dein Produkt aber kostenlos haben. Würde dir das Gefallen? Und jetzt stelle dir die Frage, wie viel Geld Du für Apps auf deinem Smartphone ausgibst. Du denkst, eine App ist eh nichts wert, da da kaum Arbeit dahinter steckt? Na dann wird dir mein Artikel hoffentlich die Augen öffnen.

Paper… was?

Stellt dir vor, Du hast eine tolle Idee, welche App auf deinem Smartphone fehlt. Du findest auch keine solche App im Google Play Store und entschließt dich deshalb, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Damit deine Vorstellung Realität wird, solltest Du am Anfang ein paar Skizzen anfertigen. „Paper Prototyping“ nennt man so etwas. Du schneidest verschiedene Elemente, wie Buttons oder Eingabefelder, aus Papier aus und legst diese auf eine Vorlage, die dein Handy repräsentiert. Nimm dir für diesen Schritt genug Zeit und überlege dir ein gutes Konzept. Mache dir Notizen, welcher Button was machen soll oder wie sich, im Falle eines Spieles, deine Figur verhalten soll. Am Ende dieses Prozesses wirst du sicher auf mindestens drei Tage Arbeit zurückblicken können. Drei Tage, für die Du noch keinen Cent gesehen hast.

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Auf die Plätze, fertig…Los!

Bist Du zufrieden? Dann kommt jetzt ganz viel Arbeit auf dich zu. Es gibt nämlich kein Patentrezept. Für ein Spiel recherchierst Du nun nach einer passenden Spieleengine oder erstellst selber eine. Du zeichnest Figuren, animierst diese und kümmerst dich um das erste Leveldesign. Mache dir auch Gedanken darüber, wie Du deine App programmatisch gestaltest. Immerhin kannst Du später durch In-App Käufe so leichter Level zufügen oder Funktionen freischalten. Wenn Du ein Spiel machst, gestalte dir doch ein Storyboard und wenn Du beispielsweise einen Rechner für komplexe Berechnungen entwickeln willst, erstelle dir UML-Diagramme, die den Ablauf deiner Berechnung darstellen. Dieser Prozess kann je nach Umfang der App mehrere Wochen dauern oder auch in ein paar Tagen abgeschlossen sein. Aber nimm dir Zeit. Je mehr Liebe zum Detail Du in dein Projekt steckst, umso besser wird das Ergebnis am Ende werden.

Jetzt kannst Du endlich mit dem Programmieren loslegen. Aber du stellst sicher schnell fest, dass das doch mehr Zeit raubt, als man denkt. Gerade in einer objektorientierten Sprache, wie Java. Jedes Objekt, welches später in der App angezeigt wird, bekommt eine eigene Klasse, mit eigenem Layout. Das ist zwar Zeit- und Nervenraubend, aber es lohnt sich. Immerhin kannst Du deine App später so besser warten und verbessern. Auch hier kann ich dir wieder nur raten, dass Du dir Zeit nimmst. Die meisten Fehler entstehen durch Unkonzentriertheit und zu schnelles Handeln.

Bildschirmfoto vom 2016-06-07 15:37:35

Fertig?

Nach etlichen Wochen oder gar Monaten der Entwicklung ist dein Projekt endlich fertig und bereit für den Google Play Store? Dann fackel nicht lange und stell deine App online. Nur so kann sie schließlich heruntergeladen werden. An einer Stelle musst Du dich entscheiden, ob deine App kostenfrei angeboten werden soll oder für ein wenig Geld. Denk in diesem Moment doch einmal an die ganzen Strapazen während der ewigen Entwicklungszeit und an die Nervenzusammenbrüche, die Du erleiden musstest. Entscheide dies bewusst für dich und vielleicht denkst Du das nächste mal, wenn Du dir selber eine App runterladen willst, ob du wirklich die 99 ct nicht übrig hast, für den Entwickler ,oder wirklich ein Spiel für 1,49 € cracken musst.

Geiz ist nicht geil!

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