Kommentar: Der 5G-Ausbau und die Bundesregierung.

„Das iPhone hat keine Chance auf einen signifikanten Marktanteil.“, „640 Kilobyte Speicher sollte für jeden ausreichen.“ oder auch „Es wird auf der Welt einen Bedarf von vielleicht fünf Computern geben.“ Und nun das: „5G? Das braucht doch keiner.“, „Es braucht kein 5G an jeder Milchkanne.“ oder aber „Wer braucht schon Glasfaser?“

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Meinungsbeitrag des Autors. Die in diesem Beitrag geäußerte Meinung muss nicht unbedingt die Haltung der Redaktion wiedergeben.

Der Bau von Glasfaserkabeln ist kostenintensiv und aufwendig. – Das ist aber keine Ausrede für das Vectoring.

Bauen. Bauen. Bauen.

Damit das klar ist: Es braucht einen flächendeckenden Ausbau sowohl von 5G als auch von Glasfaserkabeln in der gesamten Republik. Beide sind entscheidende Standortfaktoren für die Menschen und digitale Wirtschaft in der Zukunft. Erst mit Glasfaseranschluss und 5G bis in die letzte Ecke, wo Menschen leben, wohnen und arbeiten, kann Teilhabe gewährleistet werden. Schon heute gibt es Abwanderungseffekte in den Flächenländern in die großen Städte, weil vor Ort kein Arzt mehr ist oder keine Freizeitangebote existieren. Moderne Technologie nicht in die Fläche zu verlegen ist auch ein Affront gegen alle Menschen, die nicht in der Stadt leben.

Die Antwort der Politik ist einfach: Vectoring tut es doch auch und zum Thema 5G gibt es ja jetzt die Auktionen zur Versteigerung der Frequenzen und dann wird das schon. Mit Vectoring ist eine Beschleunigung der Übertragungsrate durch alte Kupferkabel gemeint; an die Geschwindigkeiten eines Glasfaserkabels kommt dies allerdings lange nicht ran. Bei den Auktionen geht es nicht nur um die Vergabe der Frequenzen, sondern es ist vor allem ein Mittel um Geld zu generieren. – Für restliche Ausgaben im Staat. Letztlich geht das wiederum auf Kosten der Mobilfunkkunden und sorgt mit seinen Auktionsrichtlinien auch nicht dafür, dass Funklöcher in Deutschland endlich geschlossen werden.

Es braucht sechs bis zwanzigmal soviele 5G Masten, wie 4G Masten. Und diese müssen ebenfalls mit Glasfaserkabeln angeschlossen werden.

Wie müsste eine gute Glasfaser- und 5G-Politik aussehen?

Blickt man alleine auf 4G oder auch LTE so zeigen sich riesige Funklöcher. Die drei deutschen Mobilfunknetzbetreiber, die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica, kriegen es nicht hin, ein lückenloses Netz aufzubauen. Da helfen auch nett programmierte Apps des Bundesministers für digitale Infrastruktur, Andreas Scheuer, zum Melden von Funklöchern nichts. Für den Ausbau von 5G könnte es sogar noch schlimmer kommen, denn es werden aufgrund der geringen Reichweite des Netzes acht bis zwanzig Mal so viele Sendestationen, wie bei 4G benötigt.

Für 5G müssten die Frequenzen an ein sogenanntes „National Roaming“ gekoppelt sein. Immer dort, wo kein Netzwerk des eigenen Anbieters vorhanden ist, muss es das Recht der Anbieter sein eine Verbindung über das Netz eines Mitbewerbers anzubieten. Das sorgt für einen Preiswettbewerb und ein echtes Interesse der Anbieter ein eigenes gutes Netz aufzubauen. Die Nutzung muss natürlich entsprechend abgegolten werden. Die Glasfaserversorgung muss der Staat bis spätestens 2028 in den Griff bekommen. Kommunale Bauvorhaben, welche dann von privaten Unternehmen betrieben werden, sind hier erfolgsversprechend.

Es braucht ein gutes 5G Mobilfunknetz auch für eine Kommunikation zwischen allen Verkehrsteilnehmern.

Aber wofür braucht es Glasfaser und 5G?

Für die Wirtschaft und die Menschen. Ein Beispiel ist das autonome Fahren. In Zukunft werden beispielsweise die Straßenampeln mit Autos kommunizieren können und so einen intelligenten Verkehrsfluss ermöglichen können. Die Steuerung von Maschinen oder auch die Nutzung des Internet of Things wird mit 5G möglich werden. Gerade die große Anzahl an neuen Geräten braucht ein leistungsstärkeres Mobilfunknetz. Glasfaseranschlüsse sind relevant für den Erfolg der deutschen Wirtschaft. – Länder wie Japan mit fast 100% Glasfaserkabelverbreitung machen es vor.

Quellen: pcspezialist