IFA 2016: DJI Osmo Mobile Gimbal im Kurztest

Flüssige Aufnahmen ohne Ruckler? Das DJI Osmo Mobile Gimbal-System verspricht dies und verblüfft uns in einem zweistündigen Hands-On. Handy befestigen, DJI-App starten, Gimbal einschalten  – schon kann man loslegen!

Das seit kurzem erhältliche Gimbal stabilisiert das Handy, sodass Videoaufnahmen oder auch Fotos mit langer Belichtungszeit stets frei von Rucklern sind und immer scharf bleiben. Zusätzlich verfügt das Gerät über einen Joystick-Button, mit dem sich das Handy in drei verschiedenen Ebenen bewegen lässt. Wie bei einem Gamecontroller befindet sich auf der Rückseite auch ein Knopf. Während dieser gedrückt wird, schaltet das Gerät in einen Stativ-Modus.

In nur wenigen Sekunden starten

Auf der Hinterseite befindet sich ein Sperr-Rad, mit dem man die Breite der Handy-Klemme einstellen kann und so jedes beliebige Smartphone befestigen kann. Die Verbindung zum Gimbal erfolgt über Bluetooth. So kann vom Osmo Mobile per Knopfdruck ein Foto oder Video aufgezeichnet werden. Ein Schieberegler auf der rechten Seite schaltet das Gimbal ein und aus. Damit die Bluetooth-Verbindung nicht sofort getrennt wird, schaltet das Gerät beim Ausschalten in den Standby-Modus.

Das iPhone ist im Gimbal eingeklemmt. Mit dem Drehrad kann man es wieder abmontieren.

Das iPhone ist im Gimbal eingeklemmt. Mit dem Drehrad kann man es wieder abmontieren.

Features ohne Ende

Da der Kern des Gerätes schließlich ein Smartphone ist, ermöglichen sich ohne großen Aufwand sehr viele Features, von denen man bisher nur träumen konnte. Mit einem Klick kann ein Verfolgungsmodus eingeschaltet werden, wodurch das über Bluetooth verbundene Gimbal stets eine ausgewählte Fläche verfolgt. Dies war in unserem Interview mit Sascha Pallenberg besonders hilfreich und hat auch erstaunlich gut funktioniert. Ist der sogenannte ActiveTrack-Modus deaktiviert, lässt sich die Helligkeit des Videos manuell einstellen. Bei dem von uns getesteten iPhone 6 war die Farbwiedergabe so, wie man es sich von einem iPhone vorstellen kann: hervorragend!

Das Interface der App ist sehr übersichtlich, dennoch bietet es sehr viele Funktionen an.

Das Interface der App ist sehr übersichtlich, dennoch bietet es sehr viele Funktionen an.

Motion Timelapse – Endlich kommt etwas Bewegung ins Spiel!

Auf der linken Seite befindet sich ein 3,5 mm Gewinde, mit dem man das Gimbal sehr einfach auf ein Stativ montieren kann. Hier empfiehlt es sich, einen Kugelkopf mit 90° Neigung zu verwenden. Neben der gewöhnlichen Zeitraffer-Aufnahme gibt es auch die Möglichkeit, eine sogenannte Motion-Timelapse zu erstellen. Hier ist es möglich, verschiedene Kamerapositionen und -schwenks einzustellen und danach die Zeitraffer-Aufnahme zu starten. Dadurch wird jede langweilige Timelapse zu einem erstaunlichen Wunderwerk! Durch die sehr präzise Stabilisation kann das Smartphone während der Aufnahme problemlos bewegt werden. So entsteht ein schwebender Effekt, wie Ihr ihn in unserem Testvideo sehen könnt.

Probleme und Verbesserungsmöglichkeiten

Leider war in unserem zwei Stunden langen Test nicht alles so perfekt und überzeugend, wie wir es bis jetzt beschrieben haben. Nach wenigen Minuten wird das Gerät an den drei Achsen, an denen sich die Motoren befinden, sehr heiß. Dies hat die Funktion zwar nicht eingeschränkt, scheint aber auf lange Sicht nicht sehr optimal zu sein. Der Akku ist, wie es bei DJI üblich ist, ein spezieller Akku, der nur für das Osmo gedacht ist und stolze 40 € kostet. Aufladen über USB ist ebenfalls nicht möglich. Schließlich haben wir noch bemerkt, dass man das Handy nicht zu weit rechts einklemmen darf, da sonst das Gerät das Gleichgewicht nicht halten kann und mit einer Fehlermeldung ständig abstürzt.

Das Gerät fühlt sich sehr hochwertig an und macht einen robusten Eindruck.

Das Gerät fühlt sich sehr hochwertig an und macht einen robusten Eindruck.

Fazit: Ein sehr präzises Gimbal mit sehr ausgereiften Funktionen

Der für Drohnen bekannte Hersteller hat mit dem Osmo Mobile ein sehr innovatives Produkt vorgestellt, mit dem die Art und Weise, wie wir unsere Smartphones zum Filmen verwenden, verändern könnte. Das 339 € teure Gerät scheint jedoch nicht wirklich für die breite Masse gedacht zu sein. Viel eher spricht es Hobby-Videodreher und Fotografen an, die auch unterwegs ein sehr kleines und präzises Gimbal benötigen. Aufnahmen mit dem Osmo Mobile sind einzigartig und atemberaubend. Es macht riesengroßen Spaß mit dem Gimbal zu filmen und die flüssigen Kameraschwenks zu betrachten oder mit Freunden zu teilen. Ob dies jedoch den recht hohen Preis wert ist, hängt vom Käufer selbst ab.

DJI GO--For products before P4
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DJI GO
DJI GO
Entwickler: DJI
Preis: Kostenlos

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