APPventskalender #20: Leap Motion – Kontroller der Zukunft?

Das Handy steuern wir heute fast alle mit Gesten. Aber wie wäre es, wenn wir das auch mit dem Computer machen könnten? LeapMotion ist ein Proof of Concept, was genau das ermöglicht. Wir haben es ausprobiert.

Ein Kontroller ohne Kontroller also? Nun ja, ganz ohne Kontroller kommt man nicht aus. Doch anstatt ihn zu halten, liegt er nur irgendwo rum, Pardon er hängt irgendwo rum. Wie genau das Funktioniert und was ihn so besonders macht? Das zeige ich Euch jetzt.

Historie

Der Leap Motion Controller fing mal als interessante eigenständige Kontroller Variante für Windows, Linux und Mac an. Es besitzt einen eigenen „App Store“ wo man Demo Spiele herunterladen kann. Auch waren von vorneherein Entwickler Pakete mit dabei, wo sich über die Jahre eine stattliche Ansammlung an Projekten gesammelt hat. Mittlerweile ist er aber aus den Geschäften verschwunden und muss meist importiert werden. Auch das Unternehmen heißt mittlerweile Ultraleap und vertreibt Leap Motion vorwiegend nur noch an Entwickler und Bastler. Dennoch ein spannendes Produkt, wie Du gleich sehen wirst.

Design

Der Leap Motion Controller kommt ganz unscheinbar daher. Eine kleine Box, wie bei einer Handyverpackung und herauskommt ein kleiner Stick. Auch wieder nicht ganz richtig. Der Stick ist der Leap Motion Controller. In Alu gefasst und mit einer Infrarot durchlässigen Scheibe ausgestattet sieht er sehr unscheinbar aus. Vom Design könnte es ein Apple Stick sein, wäre da nicht der auffällige Micro-USB Typ-B Anschluss. Ansonsten ist er noch von unten gummiert, da steht nun endlich auch Leap Motion drauf.

 

Technik

Die Technik ist im Vergleich zum Design alles andere als unscheinbar. Zwei Highspeed Weitwinkel Infrarotkameras nehmen die Umgebung bis ins Detail auf. Nach ein paar Tests stellt man schnell fest, hier schon etwas Rechenleistung benötigt, zumindest benötigt nur der Leap Motion im Leerlauf ~90 MB Arbeitsspeicher und wird von Windows als mittel bis sehr hoch eingestuft. Das mitgelieferte Visualizer Programm benötigt hier im Leerlauf auch noch mal um die 100 MB. Die CPU (in meinem Fall ein AMD Ryzen 5 1600X Six-Core) wir im Leerlauf nur mit ungefähr 5 % belastet. Aus Erfahrung weiß ich aber, dass manche Computer beim Anschließen des Kontrollers schon in die Knie gehen. Demo Spiele lasten den Leap Motion aber dann doch deutlicher aus. Die CPU schießt auf 30 % Auslastung und der Arbeitsspeicher auf 40 % Auslastung hoch, ohne das ich viel mache. Wieso ich wenig mache? Dazu komme ich später.

Hier sieht man im Visualizer mal, was die Kameras sehen.

Funktion

Die Funktionen des Leap Motion Controllers sind fast unbeschränkt. Der eigentlich für Windows, Linux und Mac entwickelte Controller wurde auch schon aufwendig auf den neusten Raspberrys zum Laufen gebracht. Mitgeliefert werden auf jeden Fall Entwickler Bibliotheken für Python, Java, C++, sowie Unity und Unreal Engine. Auch ein Visualizer ist dabei, hier sieht mal die FPS, was die Kamera sieht, sowie die Datenübertragung. Zusätzlich sind Demo Spiele in einem eigenen „App Store“ namens APP Home dabei. Leider ist der Store nicht mehr aktuell und beherbergt viele Probleme, daher ließen sich zwar Spiele starten, aber nicht spielen. Aber das ist ja nicht alles. Viele Entwickler stellen ihre Software bei Leap Motion auf der Seite frei zur Verfügung. Dort findet man alles, von Windows und Programm Steuerung per Handbewegung, bis eine völlig zerlegbare Katze zu Bio Zwecken. Kompatibel ist der Kontroller auch mit vielen VR Brillen, diese bieten die Möglichkeit, den Leap Motion als Kontroller Ersatz zu nutzen. Nicht nur VR auch AR nutzt die Technologie des Leap Motion zur Entwicklung neuer und innovativer Brillen.

Der App Store des Leap Motion war zum Zeitpunkt des Tests leider nicht brauchbar.

Vor- und Nachteile

Nun haben wir mal gehört was in einem Leap Motion steckt und was er benötigt. Genauso haben wir Anwendungsbeispiele betrachtet, wo sich der Leap Motion wohlfühlt, wofür er geschaffen wurde. Der Vorteil liegt klar auf der Hand, Usability und Freiheit. Der Leap Motion Controller ist ein Vorreiter, wenn es um die technologische Spitze in Gestensteuerung geht. Geschwindigkeit und Genauigkeit sind die Themen des Leap Motion, bei denen ihm keiner was nachmacht. Die Einbindung in verschiedene Projekte ist durch Bibliotheken genauso gewährleistet wie die Kompaktheit, da er nicht viel Platz braucht. Die Nachteile liegen hier aber auch klar auf der Hand. Ein leistungsfähiger Computer ist genauso Voraussetzung wie eine indirekte Beleuchtung (Sonnenlicht stört die Infrarotkamera). Ansonsten ist nur seine enorme Hitzeentwicklung zu nennen, was möchte man aber auch bei einem so kompakten und leistungsfähigen Stick erwarten.

Fazit: kleiner Stick mit großer Wirkung

Mein Fazit ist, dass Leap Motion eine tolle Ergänzung für die heimische Tastatur und Maus Kombination sein kann. Mit den nötigen downloadbaren Programmen kann man schnell Funktionstasten mit Handbewegungen ersetzten. Für Entwickler ist es das Gerät eine wunderbare Erweiterung, mit dem Hinblick das man in Zeiten von Corona gerne Berührungen von Oberflächen vermeiden möchte. Wie man merkt ein flexibler kleiner Wunderstick, mglw. der Kontroller der Zukunft.

9.5Score10Funktion10Bedienung8Design10Editor's Choice

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