APPventskalender #2: SponsorBlock und die Zukunft von YouTube

Die Zeiten des klassischen Fernsehens gehören (wenigstens bei uns zu Hause) schon seit mehreren Jahren der Vergangenheit an. Viele Videos werden auf Wunsch von verschiedensten Plattformen wie YouTube, Netflix oder Amazon Prime gestreamt. Vor allem bei YouTube gibt es einen störenden Faktor, der beim herkömmlichen Fernsehen gut für Pausen genutzt werden konnte: Werbungen. Seit nicht allzu langer Zeit sind aber auch auffällig viele YouTuber zusätzlich auf gesponserte Videosegmente umgestiegen.

Wieso gesponserte Segmente?

Seit Beginn der Pandemie sitzen zunehmend viele Menschen zu Hause. Viele betreiben Homeoffice, einige andere haben ihren Arbeitsplatz komplett verloren. Der Wunsch, mit YouTube Geld zu verdienen, wird immer beliebter. Die meisten YouTube Videos können auch zu Hause gefilmt werden. Der klassische Weg mit YouTube Geld zu verdienen ist mit Werbungen, die auf der Plattform ausgestrahlt werden. Doch diese können sehr leicht mit Werbeblockern verhindert werden. Zusätzlich wird durch die Pandemie das Werbebudget klassischer Hersteller reduziert: Kaum jemand kauft sich in Zeiten des Lockdowns ein neues Auto. YouTuber steigen somit vermehrt auf andere Finanzierungsmöglichkeiten um und dazu gehören gesponserte Segmente. Meistens handelt es sich dabei um virtuelle Produkte und Dienstleistungen wie VPN-Services oder Ähnliches.

SponsorBlock Einstellungen

Die Funktionsweise von SponsorBlock

Sobald die Chrome Extension aktiviert ist, öffnet sich eine einfache Einstellungsseite. Dort können die Kategorien der Segmente ausgewählt werden, die übersprungen werden sollen. Dazu gehören gesponserte Segmente, Intros, Outros und Abschnitte ohne Musik bei Musikvideos. Das war es auch schon: sobald ein YouTube Video geöffnet wird, markiert SponsorBlock die Segmente und überspringt sie völlig automatisch. Nach dem Überspringen kann die Markierung noch mit einem Daumen hoch/runter bewertet werden. Wer neue gesponserte Segmente markieren will, kann dies mit dem neuen Button im YouTube Video Player machen. Die Segmente basieren also auf dem Feedback der Userinnen und User der Extension. Auf der Webseite von SponsorBlock können auch weitere Statistiken eingesehen werden. Aktuell gibt es rund 500.000 aktive User.

SponsorBlock Segment übersprungen

Der Einfluss auf YouTube

Im Vergleich zu Adblock Erweiterungen profitiert Google von SponsorBlock: durch die geblockten Segmente springen weniger ZuschauerInnen ab und bleiben somit auch länger auf der Plattform. Google hätte bei den gesponserten Segmenten ohnehin nicht mitverdient. Es stellt sich jedoch die Frage, ob diese Personen nicht obendrauf noch einen Adblocker verwenden. Als Nutzer würde dies natürlich Sinn ergeben. Mit rund 2 Milliarden Usern macht sich YouTube wahrscheinlich noch keine großen Sorgen. Allerdings könnte die Entwicklung von der Art und Weise, wie YouTuber ihr Geld verdienen durch SponsorBlock beeinflusst werden. Es ist spannend zu sehen, welche neuen Ideen dadurch entstehen werden. Vielleicht gibt es irgendwann wie bei Adblock Werbungen, die als „wenig störend“ eingestuft werden und daher trotzdem angezeigt werden? Oder die Segmente werden durch eigene, kürzere Werbungen ersetzt?

SponsorBlock neues Segment markieren

Fazit: Zeit und Nerven sparen mit nur einem Klick

SponsorBlock ist seit sehr langer Zeit eine der ersten Chrome Extensions, die ich installierte und dann einfach vergessen konnte. Es ist ermunternd zu sehen, wenn ein 30 Minuten altes Video bereits korrekt von anderen Personen markiert wurde und es macht Spaß, eigene Segmente zu markieren. Zusätzlich ist die Chrome Extension open source und es gibt bereits mehrere Drittanbieter-Erweiterungen, unter anderem auch für Android, iOS und Chromecast. Auch die Datenbank ist öffentlich zugänglich und wird täglich aktualisiert.

zur Webseite von SponsorBlock