[8. Türchen]: Manual Camera – Die umfangreiche Kamera

Wer sich schon einmal ein klein wenig mit Fotografie auseinandergesetzt hat, der kennt Begriffe wie Belichtungszeit, ISO, Weißabgleich etc. Doch auch in Zeiten von sehr guten Smartphonekameras haben es diese elementaren Stellrädchen der Fotografie eher selten in die Nutzeroberflächen der vorinstallierten Kamera-Apps geschafft. Abhilfe liefert Manual Camera.

ISO? Weißabgleich? Was ist das?

Wer bisher nie mit einer klassischen Spiegelreflexkamera fotografiert hat, dem werden Begriffe wie Belichtungszeit etc. vermutlich eher weniger sagen. Doch es sind Bildeigenschaften, die die Optik und Qualität des Bildes maßgeblich bestimmen. Die Belichtungszeit und der ISO-Wert sind im Grunde zwei Stellschrauben für die Helligkeit des Bildes. Je länger die Belichtungszeit, desto Heller das Bild, aber Achtung: Auf einer Aufnahme sind prinzipiell alle Bewegungen dargestellt, die während des Belichtungszeitraumes aufgenommen wurden. Je länger dieser ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit eines verwackelten Bildes. Der ISO-Wert ist im Grunde ein Relikt der Analog-Fotografie, wo die Filmrollen auch noch eine eigene Lichtempfindlichkeit haben. Je höher der Wert, desto heller die Aufnahme, aber die Körnigkeit des Bildes steigt ebenfalls. Der ISO-Wert sollte also immer so klein wie möglich und die Belichtungszeit so lang wie nötig gewählt werden. Der Weißabgleich stellt die Kamera auf die vorherrschende Lichttemperatur ein, sodass die Farben des Bildes am Ende der Lichtsituation entsprechend natürlich wirken. Im Regelfall bzw. bei guter Lichtsituation kommen die heutigen Automatismen der Smartphonekameras gut mit der Wahl der Bildwerte zurecht. Aber sobald es zu hell oder aber zu dunkel wird, versagen nicht wenige Kamera-Apps und liefern entweder übersteuerte Bilder oder welche mit deutlich zu hohem ISO-Wert, also hoher Körnigkeit. Also gerade Lichtsituationen, wie wir sie im Winter haben, Dunkelheit bzw. draußen Helligkeit, wenn Schnee liegt, sind geradezu prädestiniert dafür, dass wir die Werte manuell selber wählen, um das Potential moderner Smartphonekameras voll auszuschöpfen.

Kürzere Belichtungszeit, hoher ISO-Wert. Die Körnigkeit ist deutlich zu sehen.

Weitere Features

Ebenfalls extrem praktisch ist der Rohdatensupport der Kamera API 2, welche die App nutzt und welche auch der Smartphonehersteller implementiert haben muss. Diese erlaubt einem bei nachfolgender Bearbeitung deutlich mehr Möglichkeiten und bessere Ergebnisse zu erzielen. Ebenfalls praktisch ist, dass der Fokuspunkt über ein Stellrädchen auf das Prozent genau gewählt werden kann. Weiter bietet Manual Camera nicht nur, wie viele andere Kamera Apps, ein normales Bildgitter als Kompositionshilfe an, sondern auch ein diagonales und eines für den goldenen Schnitt an. Letzteres dürfte dabei von allen dreien das wichtigste sein, denn aufgrund der Tatsache, dass das Verhältnis des goldenen Schnittes von jedem Menschen als ästhetisch wahrgenommen wird, sehen auch quasi alle Bilder mehr oder weniger automatisch gut aus, die nach diesem Verhältnis fotografiert sind.

Fazit: Die bessere Kamera-App

Manual Camera verbessert die immer besser werdende Smartphonefotografie weiter, wenn die Automatismen der Hersteller mal versagen. Die App liefert dank Nutzung der Kamera API 2 alle nötigen Stellschrauben für ein gutes Bild und die Bedienung ist, im Gegensatz zu den sehr wenigen alternativen Apps im Play Store, gut.

9Score10Funktion9Bedienung8Design9Umfang9Editor's Choice
Manual Camera
Manual Camera
Entwickler: Geeky Devs Studio
Preis: 3,29 €
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