Fuzzy – Eine App mit einem treffenden Namen!

Autonomes oder zumindest in weiten Teilen assistiertes Fahren wird in den kommenden Jahren mehr und mehr an Relevanz gewinnen. Schließlich gibt es viel zu gewinnen und die Technik dazu haben wir in weiten Teilen schon. Doch bis es soweit ist, dass autonom fahrende Autos auf unseren Straßen rollen, gibt es noch einige wichtige Fragen zu klären. Eine dieser Fragen beleuchtet die App Fuzzy.

Selbstfahrende Autos? Doch nichts weiter als ein futuristischer Sci-Fi-Traum… Oder?

Die Frage klingt zunächst zugegebenermaßen Off-Topic. Schließlich geht es in diesem Artikel doch eigentlich um eine App. Jedoch hängt die Signifikanz einer App wie Fuzzy direkt von der Beantwortung der obigen Frage ab. Dankenswerterweise wird der Fortschritt in Bezug auf das Thema selbstfahrender Autos mit einer Skala von null bis fünf bemessen. Stufe null entspricht einem Auto mangels sämtlicher Automatisierung. Autos der Stufe eins entsprechen Fahrzeugen welche bereits mit einigen Fahrerassistenzsystemen ausgestattet sind. Ab Stufe zwei kann das Auto dann auch schon kleinere Aufgaben selbst erledigen. Jedoch bleibt der Fahrer zu jedem Zeitpunkt verantwortlich. In den Stufen drei bis fünf steigt sukzessive die Autonomie des Fahrzeuges bei sinkender Verantwortung für den Fahrer bzw. den Passagier.

Kommerziell erhältliche Neuwagen sind heute problemlos der Stufe zwei zuzuordnen. Und Fahrzeuge der Stufe drei befinden sich bei nahezu allen großen Autokonzernen in der Entwicklungsphase. Doch erinnern wir uns kurz zurück. Zehn, vielleicht 15 Jahre und die allermeisten Fahrzeuge wären der Stufe null zuzuordnen. Bedenken wir jetzt noch den Fakt, das technischer Fortschritt in den allermeisten Fällen exponentiell verläuft und wir können unsere Frage nach dem Sci-Fi-Traum einigermaßen sicher verneinen. Für die meisten von euch wird diese Technik vermutlich noch zu Lebzeiten auf den Straßen landen. Und damit ist auch eine App wie Fuzzy relevant!

Fuzzy und das Trolley-Problem

Es ist die Frage nach der Ethik. Die Frage, die von all den offenen Fragen die mit Abstand komplexeste, die umstrittenste und rechtlich am schwersten zu greifende Frage ist. Ebendiese Frage ist ein realistischer Sargnagel autonom fahrender Autos. Selbst wenn wir die Technik hätten; wenn diese Frage nicht beantwortet wird, dann bleiben von „Geisterhand“ fahrendes Autos nichts weiter als eine Kuriosität für abgesperrte Strecken. Es würde ein Stückchen Technologie bleiben, an dem man sich erfreuen kann, dass jedoch kaum Mehrwert für die Menschheit bringen würde. Dabei wäre der potenzielle Gewinn gewaltig. Über 90 % (!) der Autounfälle mit ernsten Folgen sind, Schätzungen zu Folge, durch menschliches Versagen zu begründen. Entsprechend viele Verkehrstote könnten verhindert werden. Doch vorher muss eines der ältesten, ungeklärten moralischen Dilemmata geklärt werden: das Trolley-Problem. Es ist die Frage nach der moralisch richtigen Stellung der Weiche, wenn ein Zug unaufhaltbar näher kommt und es nur zwei Möglichkeiten gibt. Töte ich einen Mensch um fünf Leben zu retten, oder ist doch das Nichtstun, welches unausweichlich fünf Todesopfer zur Folge hat die korrekte Handlung, da man Leben unter keinen Umständen gegeneinander abwägen kann?

19 ungeklärte Fragen

Diese grundlegende Frage nach dem Abwägen stellt Fuzzy ganze 19 mal in verschiedensten Variationen. Und nach Beantwortung jeder dieser Fragen sieh man wie andere Menschen abgestimmt haben. Und in den meisten Fällen zeigt sich wie schwer die Beantwortung der Frage ist. In kaum einer der gestellten Situationen gibt es wirklich eindeutige Mehrheiten, die Ergebnisse sind, im wahrsten Sinne des Wortes, fuzzy. Ein Konsens darüber, wie man das Trolley-Problem beantwortet, gibt es weder bei Philosophen und Ethikern, noch bei den vermutlich stinknormalen Nutzern dieser App. Und exakt dieses Ergebnis mach Fuzzy, in Anbetracht des immer schneller werdenden Fortschrittes in der Technologie des autonomen Fahrens, relevant!

Fazit: Eine App zum Nachdenken und Grübeln

Wer sich für das Thema des autonomen Fahrens interessiert, wer ab und an gerne über quasi unbeantwortbare Fragen grübelt, oder wer sich schlicht der Tatsache bewusst ist, dass in Zukunft Politik und Gesetzgebung über diese Fragen debattieren muss, dem sei Fuzzy wärmstens ans Herz gelegt. Die App zeigt deutlich die Schwierigkeit zutiefst dieser zutiefst philosophischen Fragestellung. Und das bei gleichzeitigem Beweis der Relevanz ebenjener Frage.

8.6Score10Funktion10Bedienung7Design7Umfang9Editor's Choice
Fuzzy
Fuzzy
Entwickler: Apseren Industries
Preis: Kostenlos
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