Philips FullSound – Marketing Gag oder doch ein Fünkchen Wahrheit?

Philips integriert in die Software seiner MP3-Player und Soundanlagen oft die sogenannte „FullSound“ Technologie. Diese verspricht den Klang von komprimierten Sounddateien, wie bspw. MP3-Dateien, wieder zu verbessern und Details wiederherzustellen. Stellt sich nur noch die Frage: Reiner Marketing Gag oder nicht? 

Ich zähle mich zu dem Typus Mensch, der vor allem bei groß klingenden Versprechungen von Beginn an skeptisch ist. Also habe ich mich vor ca. zwei Jahren, beim Kauf meines Philips MP3-Players darüber informiert, was die FullSound Technologie überhaupt ist. Weiterhin skeptisch ignorierte ich diese Technologie erst einmal wieder eine Weile nach meinem Kauf, auch weil ich den MP3-Player erst mal nicht dringend benötigte. Inzwischen bin ich jedoch peu à peu immer audiophiler geworden und habe inzwischen den Großteil meiner Musik in unkomprimierten Formaten auf meinem Smartphone. Problem: Mit über der vierfachen Bitrate der Musikdateien geht auch ein entsprechend erhöhter Speicherverbrauch einher, was bei einem nicht erweiterbaren Speicher von 32 GB durchaus irgendwann mal zu Problemen führen könnte. Und da viel mir wieder mein MP3 Player und die FullSound Technologie ein. Nicht weil mich bis dato letzteres interessierte, sondern weil es laut der Beschreibung von Philips für diese Technologie eine recht gute APU (Audio Processing Unit) braucht. Und pauschal kann man sagen: Je besser die APU, desto besser der Klang. Also nahm ich wieder meinen MP3-Player in die Hand und probierte auch, rein Interesse halber, mal den FullSound-Modus aus…

Die FullSound Technologie

Soviel zur Vorgeschichte, wie ein Skeptiker solcher Versprechen überhaupt dazu kam, diese Technologie mal näher zu betrachten. Doch was macht die FullSound Technologie nun überhaupt? Stark vereinfacht gesagt, ist es eine Art Equalizer-Preset. Komplizierter gesagt ist es ein DSP (Digital Signal Processor) – also im Prinzip ein Equalizer -, der das in der APU ankommende und zu verarbeitende Audiosignal analysiert und es dann „aufpeppt“ in dem bestimmte Hertz-Bereiche verstärkt und die Musik somit dynamischer wirken lässt. Und diese ganze Abfolge von Arbeitsschritten soll der FullSound DSP sage und schreibe zehn Millionen mal pro Sekunde durchführen. Deshalb auch die benötigte potente Soundkarte.

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Verbessert FullSound wirklich den Klang?

Bei dem Punkt Sound, konnte mich Philips am Ende aber wirklich überraschen! Zwar kommen mit FullSound aufgepeppte MP3s nicht an unkomprimierte FLAC- oder WAV-Dateien heran, aber verbessert wird der Sound alle mal! Die MP3s klingen im Großen und Ganzen deutlich dynamischer und somit nicht mehr so platt und langweilig wie MP3s nun mal im Normalfall klingen. Die in MP3s fehlenden Details können jedoch auch mit der FullSound Technologie nicht wirklich wiederhergestellt werden. Was weg ist, ist schlicht weg und kann nur schwer aus dem Nichts wieder her geholt werden. Alles in allem ist die FullSound Technologie vor allem für Hörer von Pop- und Hip-Hop-Musik etc. interessant, da es dort nicht zwangsläufig so sehr auf eine detailreiche Wiedergabe wie bspw. bei klassischer Musik oder auch Metal ankommt. Zumal die FullSound Technologie auch, zwecks der Dynamik des Sounds, den Bass für einige Musikrichtungen ein wenig zu sehr hochschraubt. Hier allen voran wieder die klassische Musik.

Fazit: Durchaus interessante Technologie

Alles in allem ist die FullSound Technologie vor allem für nicht ganz so audiophile Hörer von Pop- Musik etc. geeignet und kann dort die MP3-Dateien wirklich merklich verbessern und für mehr Dynamik sorgen.

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