Kommentar: Wenn der Mensch verlernt die Maschine zu bedienen

Wenn ich Dich frage: Was machst Du alles digital? Was würdest Du antworten? Facebook? Instagram? WhatsApp? CandyCrush? Alles Apps von Deinem Smartphone. Wozu also noch ein Computer?

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Meinungsbeitrag des Autors. Die in diesem Beitrag geäußerte Meinung muss nicht unbedingt die Haltung der Redaktion wiedergeben.

Als ich klein war lernte ich mit vier Jahren den Computer meines Opas kennen. Ein alter IBM Rechner mit Windows 3.1. Unser Leben war damals noch komplett analog und unvernetzt. Zwar gab es bereits das Internet, aber das war in den deutschen Haushalten noch lange nicht angekommen. Wer einen Rechner besaß hatte Interesse an der neuen Technik, es lag nicht am Lifestyle. Man setzte sich viel damit auseinander. Ich für meinen Teil malte oft mit Paint oder spielte Spiele unter MS-DOS. Doch dann wandelte sich einiges… Smartphones eroberten den Markt. Heutzutage sind viele Menschen schon damit überfordert einen Rechner anzuschalten, geschweige denn zu bedienen. Doch warum auch?

Was brauchen wir alles im Alltag?

Sind wir mal ehrlich, der Otto Normal Nutzer braucht für seinen Alltag heutzutage die Apps der großen Datenkraken: Facebook, Google und Apple. Für die Nutzung der letzteren Datenkrake geben viele sogar horrende Summen aus. Unvorstellbar, aber heute nicht das Thema. WhatsApp, iMessage, Instagram und Facebook dominieren, neben CandyCrush und Co., die Smartphones der Bürger. Das eigene Mailpostfach wird selten angeschaut und wenn, dann ist es überflutet von Newslettern von Payback und Co.

Das Resultat aus dieser Entwicklung ist, dass die wenigsten jungen Menschen, nach meiner Erfahrung, heutzutage noch wissen, wie man einen Computer bedient. Selbst ein gewisses Grundverständnis zur Funktionsweise des Internets fehlt den meisten. Auch in meinem Umfeld gibt es etliche Menschen, die nicht wissen, was eine Internetadresse ist oder wie man diese nutzt. Will man auf Facebook wird bei Google „facebook“ eingegeben. Will man zum OnlineBanking eben der Name der Bank. Das Resultat daraus ist, dass Google das „Das Internet“ gesehen wird und, wenn Google mal Probleme hat, das Geschrei laut wird.

Anektode: eBay und WhatsApp sind tot

Hierbei eine kleine Anektode, die sich erst diese Woche ereignet hat. Vodafone hatte mal wieder technische Probleme bei der Bereitstellung des DSL Anschlusses in Erfurt. Wir merkten dies auch im Büro. Passiert. Auf Störungsportalen, wie „Alle Störungen“, beklagten sich auch etliche Nutzer über diesen Ausfall. Doch gleichzeitg sah man, wie bei Diensten, wie WhatsApp und eBay , auch die Störungsrate nach oben schnellte, obwohl diese Dienste garnichts dafür konnten. Die Leute assoziieren die Störung schlicht falsch und denken, dass eben diese Dienste „das Internet“ sind. Persönlich gefällt mir diese Entwicklung garnicht.

Was lernen wir daraus?

Anscheinend fehlt einem großen Teil der Bevölkerung das grundlegende Verständnis für die IT Prozesse, die das tägliche Leben tangieren. IT’ler werden nicht umsonst im Scherze als Hexenmagier bezeichnet. Doch dieses Verhalten führt uns unweigerlich in die Abhängigkeit großer Konzerne. Denn wenn man nicht mal mehr weiß, wie man duden.de ohne Google aufruft, hat Google die Gewalt über diese Entscheidung. Oder kennst du, lieber Leser, andere Suchmaschinen, neben Google, Yahoo und Bing? Ich werfe mal DuckDuckGo, Startpage und, die sehr datenschutzfreundliche Alternative, SearX in den Raum.

Fazit: Lerne Grundlagen!

Lieber Leser: Verlerne nicht das Nutzen eines Computers und nutze das Handy für relevante Dinge, die mobil wichtig sind. Das Überweisen der Rechnung über eine App gehört nicht dazu. Übe doch mal das Schreiben eines Briefes mit LibreOffice oder MS Office. Was das ist, fragst Du dich? Willkommen in meiner Welt der absurden Fragen.

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