Thermopeanut von Sen.se – mehr als nur ein Thermometer?

Der Markt für IoT (Internet of Things) beginnt derzeit zu boomen. Wenigstens wird dies von den meisten Herstellern dieser Geräte behauptet. Doch was macht beispielsweise ein „smartes“ Thermometer wirklich aus? Was kann es im Vergleich zum herkömmlichen Thermometer? Wir haben das neue Gerät mit dem Namen „ThermoPeanut“ von Sen.se drei Wochen lang getestet und berichten!

Die Firma Sen.se (früher unter dem Namen „Violet“ bekannt) beschäftigt sich seit über 13 Jahren mit Geräten, die sich über Wi-Fi mit dem Internet verbinden. Ihre Vision, jedes Gerät mit dem Internet zu verbinden, hat sich weiterentwickelt und es wird nun versucht, unser Leben durch kleine elektronische Helfer zu unterstützen und zu vereinfachen. Unter anderem hat Sen.se letztens vier neue Sensoren mit dem Beinamen –peanut vorgestellt: ThermoPeanut, SleepPeanut, MedPeanut und PeanutButton. Zurzeit kann jedoch nur der ThermoPeanut gekauft werden, die übrigen sollen bald in den Handel kommen.

Neben einem iPhone 5s ist zu sehen, wie klein das Thermometer ist.

Neben einem iPhone 5s kann man sich die Größe des Thermometers gut vorstellen.

Mobil, klein und kompakt

Mit dem Sensor wird auch ein Clip mit Schlüsselanhänger und zwei Montierstreifen (bzw. Klebepads) mitgeliefert, damit das kleine (1,3*0,5*4,3 cm) und extrem leichte (nur wenige Gramm) Thermometer überall befestigt werden kann. Das Gerät besteht aus zwei Plastikschalen und kann ohne großen Aufwand geöffnet werden. Dadurch lässt sich auch die CR2032 Knopfzellen-Batterie, welche laut Sen.se bis zu sechs Monate lang halten soll, ausgetauscht werden.

Thermopeanut inklusive Zubehör

Thermopeanut inklusive Zubehör

Erster Eindruck: nicht immer leichte Konfiguration

Theoretisch sollte das Verbinden und Konfigurieren des Thermopeanuts nur wenige Minuten dauern, jedoch gestaltete es sich in unserem Fall etwas anders. Während der Konfiguration wird man aufgefordert, ein Softwareupdate auf dem Gerät zu installieren. Gesagt, getan! … Oder so ähnlich. Bei uns gelang das Update erst nach dem dritten Anlauf. Höchstwahrscheinlich lag es jedoch an der schlechten Internetverbindung auf dem Messegelände während der IFA, daher ziehen wir hier keine Punkte ab. Nachdem das Update installiert wurde, wird man aufgefordert, seinem ThermoPeanut einen Namen zu geben.

Softwareupdate beim ThermoPeanut

Softwareupdate beim ThermoPeanut

Los geht’s mit dem Messen!

Sobald die App gestartet und das Gerät verbunden ist, kann man durch einen Klick auf das Thermometer-Icon die derzeitige Temperatur (auf eine Nachkommastelle gerundet) ablesen. Das Gerät misst von selbst in einem konfigurierten Zeitintervall die Temperatur, speichert sie und sendet die Daten an ein verbundenes Handy oder Tablet, sobald diese in der Nähe sind. Auf dem Chip können Messwerte für 30 Tage gespeichert werden (wenn das Zeitintervall auf 30 Minuten eingestellt ist). In der App wird eine Stunden-, Tages- und Monatszusammenfassung der Messwerte dargestellt. Zusätzlich ist es möglich, mehrere Geräte mit dem Gerät zu verbinden. Die Messwerte werden in der Cloud von Sen.se gespeichert und können von jedem Gerät aus abgerufen werden. Man kann auch eine Zusammenfassung aller Temperaturen als CSV-Datei via Email an sich selbst schicken.

ThermoPeanut Messergebnisse

ThermoPeanut Messergebnisse und Messverlauf

Das „Smarte“ an dem Thermometer

Nur Messungen durchzuführen und zu speichern ist keine große Innovation, deswegen hat sich Sen.se einiges überlegt, damit ihr Thermometer auch wirklich etwas Neues machen kann. Es ist beispielsweise möglich, einen bestimmten Temperaturbereich zu definieren, und sobald die Messwerte sich nicht mehr in diesem Bereich befinden, wird man per Benachrichtigung informiert. So kann man ein ThermoPeanut im Kühlschrank (immerhin funktioniert das Gerät bei -20°C bis 60°C) befestigen und wird alarmiert, falls dieser nicht funktionieren sollte und die Temperatur zu hoch wäre. Zwei besonders große Features werden die Integration von Google Nest und IFTTT sein, allerdings sind diese Funktionen noch nicht verfügbar.

Mit einem weißen Clip kann das Thermometer praktisch überall montiert werden.

Mit einem weißen Clip kann das Thermometer praktisch überall montiert werden.

Fazit: Ein vielversprechendes Thermometer mit noch nicht ausgereiften Funktionen

Sen.se versucht mit dem ThermoPeanut die Art, wie wir mit Informationen über Temperatur und den Temperaturverlauf im Alltag umgehen, zu verändern. Ich habe das Gerät einige Tage immer mit mir getragen und konnte am Ende des Tages einen Verlauf der Temperatur sehen. Ich konnte zu jeder beliebigen Zeit die exakte Temperatur ablesen und mir Gedanken machen, welche Einwirkungen unterschiedliche Temperaturen auf meine Aufmerksamkeit, Produktivität etc. hatten. Allerdings handelt es sich derzeit noch immer nur um ein Thermometer, welches die Temperatur anzeigt und die Daten an das Handy schickt. Die Anzahl der Funktionen ist noch nicht besonders groß, doch hoffentlich wird sich das mit der Integration von Nest und IFTTT ändern.

ProContra
kompakte Größe und geringes Gewichtbesitzt kein Display, Messwerte können nicht auf dem Gerät angezeigt werden
niedriger Preisderzeit sind noch nicht alle Features (Nest & IFTTT) verfügbar
mit Android und iOS kompatibelAblesen der derzeitigen Temperatur dauert im Vergleich zu einem normalen Thermometer länger, weil eine Verbindung aufgebaut werden muss
langlebige und austauschbare Batterie
viele Montagemöglichkeiten und Einsatzgebiete

7.8Score7Funktion8Bedienung7Design8Umfang9Editor's Choice

Derzeit ist das Gerät in Deutschland (auf Amazon.de) noch nicht verfügbar, es soll allerdings etwa 30 € kosten.

Link zu Sen.se

Transparenz ist uns wichtig. Deshalb möchten wir Euch nicht vorenthalten, dass uns das Testgerät freundlicherweise von Sen.se zur Verfügung gestellt wurde. Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieser Umstand selbstverständlich keinerlei Auswirkung auf unser Testergebnis hat. Bei APPkosmos.de liest Du keine gekauften Texte, sondern immer die ehrliche Meinung unserer Autoren. Das liegt uns sehr am Herzen.

2 Kommentare

    1. Bei uns hat es beim ersten Versuch leider auch nicht geklappt. Hast Du schon versucht, den Akku herauszunehmen und wieder einzusetzen? Eine stabile Internetverbindung ist auch definitiv wichtig. Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, dass die Bluetooth verbindung zwischen dem Handy und dem ThemoPeanut nicht unterbrochen wird.
      Hoffentlich klappt es so!

Schreibe einen Kommentar