MIGGO Pictar One Plus – Mach aus deinem Handy eine Kamera!

Du träumst bereits von deinem Sommerurlaub und was du alles packen wirst? Eine Kamera schadet nie, doch was wenn du aus deinem Handy eine professionelle Kamera machen könntest? Das Pictar One Plus ist ein Case mit einem Griff, Knöpfen und Rädern damit sich dein Handy wie eine echte Kamera anfühlt! Wie das Case funktioniert und welche Vor- und Nachteile es mit sich bringt, erfährt ihr in unserem Review!

Wir haben die Firma Miggo bei den Showstoppers auf der IFA 2017 getroffen und dort auch das Pictar One Case zum ersten Mal gesehen. Die in Smartphones verbauten Kameras haben bereits einen Punkt erreicht, an dem sie wirklich scharfe und gut aussehende Bilder Produzieren können. Gleichzeitig werden sie aber auch immer dünner und somit schwerer, still zu halten. Ein Kamera Case wie das von Miggo verhilft bei der Handhabung von Smartphones und ergänzt das Touchscreen mit physischen Knöpfen, die leichter zu bedienen sind. Wir haben die Pictar One Plus Variante von Miggo zum Testen erhalten, diese ist für alle Plus- sowie das X-Modell der iPhone Serie geeignet. Für kleinere iPhones ist das normale Pictar One geeignet. Der Unterschied zwischen den Modellen liegt lediglich darin, dass das Plus Modell breiter ist und sich weiter herausziehen lässt. Leider ist es eine Spur zu groß für das normale iPhone.

Design und Ausstattung

In der Verpackung befinden sich zwei Bänder (eines fürs Handgelenk und eines für den Hals), eine gepolsterte Tasche für den Transport und schließlich das Case selbst. Dieses besteht zum Großteil aus Plastik. Das Design erinnert an eine klassische Spiegelreflexkamera. Dieses ist vor allem von dem Großen Griff und den vielen Einstellrädern geprägt. Auf der oberen Seite befindet sich der Schlitz für einen Aufsteckblitz, der Auslöser und zwei Einstellräder. Mit dem einen kann die Helligkeit angepasst werden, das andere ist für die Modus-Auswahl zuständig. Die Vorderseite beherbergt den Zoom Ring. Mit diesem kann durch Drücken zwischen Front- und Rückkamera gewechselt werden. Außerdem befindet sich auf der Unterseite ein Gewinde, um das Case auf einem Stativ zu montieren.

Das iPhone wird in das Case eingeklemmt, somit ist dieses auch mit virtuell jeder Hülle kompatibel.

Verarbeitung

Von der Verarbeitung her lässt das Pictar One Plus zu wünschen übrig. Das Plastikgehäuse wirkt nicht besonders hochwertig. Auch die Plastikknöpfe sind von der Haptik nur schwer mit denen von einer DSLR zu vergleichen. Bei unserem Modell hat der Zoom-Ring bereits nach einigen Tagen schwächen gezeigt. Wir haben nachgefragt und es wurde uns bestätigt, dass ein etwas verbessertes Modell in 1-2 Monaten auf den Markt kommen soll. Es gibt jedoch auch positive Eigenschaften bei der Verarbeitung: sobald das Handy in der Hülle eingeklemmt ist, sitzt es sehr fest. Zusammen mit dem Band fürs Handgelenk ist das Herausfallen des Handys komplett auszuschließen. Im Winter kann das Handy problemlos auch mit Handschuhen bedient werden.

Auf der rechten Seite des Bildschirmes befindet sich ein Einstellrad, welches man individuell konfigurieren kann.

Funktion

Das besondere am Pictar One ist die Kommunikation mit den Handy. Statt herkömmlichen Verbindungen, wie Bluetooth oder WiFi, setzt MIGGO auf eine Kommunikation über Schall im hohen Frequenzbereich. Jeder Knopf hat eine eigene Frequenz zugewiesen und das Handy kann mit dem Mikrofon diese aufnehmen. Da es sich hierbei um sehr hohe Frequenzen handelt, sind diese für Menschen nicht zu hören. Die Vorteile dabei sind, dass man sich nicht extra mit dem Case verbinden muss. Außerdem soll diese Kommunikation laut MIGGO deutlich Stromsparender sein, als die vorher genannten Alternativen. Leider kann man dadurch das Case nur zusammen mit der App verwenden. Für Snapchat, Instagram und alle anderen Apps mit eingebauter Kamerafunktion, kann das Pictar One also nicht verwendet werden. Da es sich hierbei immerhin um ein Case handelt, bietet es auch etwas Schutz für das Smartphone, allerdings nicht auf der Oberseite des Handys.

Es gibt eine recht große Anzahl an verschiedenen Modi, aus denen man mit dem rechten Einstellrad auswählen kann.

Die Pictar App – derzeit nur für iOS

Das ursprünglich geplante Launchdatum für die Android App (November 2017) wurde leider nicht erreicht. Seitens Miggo haben wir eine Rückmeldung bekommen, dass es bei der Android Version einige Probleme gegeben hat, wodurch sich das Launchdatum verzögern wird. Im Internet sind zwar einige APKs von der Android Version verfügbar, jedoch befinden sich diese in der Beta Version und wir empfehlen auf den offiziellen Release zu warten. Die iOS App ist leicht zu bedienen und verfügt über einige Zusatzfunktionen wie zum Beispiel die Aufnahme im RAW Format. Auf der rechten Seite des Bildschirmes befindet sich noch ein virtuelles Einstellungsrad. Mit diesem kann der Kamerablitz ein- und ausgeschaltet werden. Wie bei einer echten Kamera kann der Auslöser bis zur Hälfte gedrückt werden, um den Fokus zu setzen. Sobald man etwas fester drückt, entsteht ein Bild. Bei den Ringen (Zoom, Modusauswahl und Helligkeit) ist eine Verzögerung zu spüren.

Die Einstellungen sind mit Tabs versehen und sehr übersichtlich.

So gut, wie versprochen?

Mit mutigen Aussagen wie „Convert your iPhone into a real camera“ ist Miggo definitiv der Meinung, dass die Ergonomie des Gerätes das einzige ist, was ein iPhone von einer DSLR unterscheidet. Das Problem des Pictar One Plus ist jedoch die relativ schwache Verarbeitung des Produktes im Zusammenhang mit den beschränkten Verwendungsmöglichkeiten. Als jahrelanger Kameraenthusiast kann ich leider bestätigen, dass das Fotografieren mit einer echten Kamera deutlich mehr Spaß macht, als mit dem Case. In der App gibt es auch beispielsweise einen Sport Modus, welcher jedoch durch die Verzögerung vom Drücken des Auslösers bis zum endgültigen Foto etwas langsamer ist, als wenn man auf den Touchscreen tippen würde. Hinzu kommt, dass man das Case nicht wirklich im Alltag gebrauchen kann, weil es für die Hosentasche zu groß ist.

Mit dem Pictar One Plus hat man das Handy gut im Griff, auch wenn es nur zur Hälfte geschützt ist.

Fazit: Ein Gadget der ersten Generation auf der Suche nach einer Zielgruppe

Mit dem Pictar One Case fühlt sich das iPhone bis zu einem gewissen Maß wie eine professionelle Kamera an. Leider überzeugen der flache Auslöser und die etwas verzögerte Eingabe nicht besonders. Die Verarbeitung könnte bei dem Preis etwas hochwertiger sein. (Der Preis liegt zur Zeit des Reviews bei 92,00 € auf Amazon.de). Im Vergleich zu anderen Kamera-Cases hat das Pictar One trotzdem einige Vorteile. So ist beispielsweise das Case auch mit anderen Hüllen Kompatibel, da es nach unten herausgezogen wird und das iPhone eingeklemmt wird. Aufstecklinsen können ebenfalls verwendet werden, da die obere Hälfte des iPhones frei bleibt. Wer leidenschaftlich gerne mit dem iPhone fotografiert und auf die Kompatibilität mit Apss wie Snapchat und Co. verzichten kann, sollte definitiv einen zweiten Blick auf das Pictar One bzw. Pictar One Plus werfen! Aufgrund der Mängel bei der Verarbeitung empfehlen wir jedoch eher zu warten, bis das verbesserte Modell auf den Markt kommt!

7.3Score8Funktion6Verarbeitung6Preis/Leistung8.5Design8Editor's Choice

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Transparenz ist uns wichtig. Deshalb möchten wir euch nicht vorenthalten, dass uns das Testgerät freundlicherweise von MIGGO zur Verfügung gestellt wurde. Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieser Umstand selbstverständlich keinerlei Auswirkung auf unser Testergebnis hat. Bei APPkosmos.de liest Du keine gekauften Texte sondern immer die ehrliche Meinung unserer Autoren. Das liegt uns sehr am Herzen.

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