Eine echt smarte Uhr: Die „klassische“ Pebble im Test

So richtig überzeugt war ich von smarten Uhren bisher noch nicht. Zu „geeky“, zu wenig Uhr, zu kurze Akkulaufzeiten und nicht zu letzt spiegelnde Displays sind für mich bisher alles starke Argumente gegen eine Smartwatch. Ob mich die “klassische” Pebble mit ihrer langen Akkulaufzeit und ihrem E-Paper-Display in den letzten drei Wochen, in denen ich die Gelegenheit hatte die Pebble zu testen, überzeugen konnte, lest ihr hier.

Look & Feel

DesignPebble Original_black

Der erste Eindruck zählt. Bei der Pebble wirkt er auf Grund des aus Kunststoff gefertigten Gehäuses (leider) recht “billig”. Das Design der Pebble ist sehr schlicht, dadurch fällt die Uhr kaum auf. Das kann ein Vorteil gegenüber anderen Smartwatches sein. Das Kunststoffgehäuse ist auf der Oberseite gewölbt und zieht Kratzer (leider) magisch an. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Die „klassische“ Pebble ist sowohl in schwarz, weiß, rot, orange und grau erhältlich. Über das Design kann man bei der Pebble streiten, meiner Meinung nach sieht die Uhr auf Grund des “billigen” Materials nicht besonders schön aus.

Armband & Tragekomfort

Auch das dünne Silikonarmband macht nicht den hochwertigsten Eindruck, sitzt aber dennoch gut am Arm. Da die Pebble wirklich sehr leicht (38 g mit Armband) ist, spürt man sie im Alltag kaum am Arm. Lediglich die Dornschnalle ist mir beim Tragen ab und zu negativ aufgefallen, denn diese drückt leicht.

Bedienungselemente

Auf der linken Seite des Gerätes befindet sich eine Taste, auf der rechten drei. Die Druckpunkte der Tasten sind nicht besonders gut definiert und könnten klarer sein. Man gewöhnt sich jedoch recht schnell an die Druckpunkte der vier Tasten. Zusätzlich befindet sich auf der linken Seite der Anschluss für das Pebble eigene Ladekabel.

Einrichtung

Die Einrichtung der Pebble geht sehr einfach von der Hand: Zunächst startet man die Smartwatch mit einem langen Druck auf die Taste auf der linken Seite der Uhr. Nun wird man gebeten die Pebble App auf dem Smartphone zu installieren und muss den Schritten in der App folgen. Fertig.

Die Pebble kann übriges sowohl mit einem Android-Gerät, als auch mit einem iPhone/iPod verwendet werden.

Firmware & deren Bedienung

Die Firmware ist sehr simpel aufgebaut. Die Navigation erfolgt nicht über einen Touchscreen, sondern über die vier Tasten am Gehäuserand. Die linke Taste dient als Power-Button und zugleich als Zurück-Taste. Mit ihr lassen sich auch Apps oder Benachrichtigungen schließen. Auf der rechten Seite befinden sich drei Tasten. Befindet man sich auf dem Startbildschirm, der das Ziffernblatt (Watchface) zeigt, kann man mit der oberen und der unteren rechten Taste durch die verschiedenen Watchfaces wechseln. Zum Start sind hier bereits drei Watchfaces hinterlegt. Wird eine Benachrichtigung angezeigt, so kann man mit der rechten mittleren Taste ein Kontextmenü aufrufen. Mit der Taste rechts oben kann die zugehörige App auf dem Smartphone geöffnet werden, mit einem erneuten Druck auf die mittlere Taste kann die Benachrichtigung verworfen werden und mit der untersten Taste können weitere Optionen, wie etwas das Antworten auf eine Nachricht mittels Smileys oder vordefinierten Antworten geantwortet werden.

Mit einem Druck auf die mittlere Taste auf dem Startbildschirm wird das Menü aufgerufen. Dort lassen sich alle installierten Apps und die Einstellungen aufrufen. Auch in den einzelnen Apps erfolgt die Navigation über die Tasten auf der rechten Seite. Diese haben je nach App andere Funktionen, deren Belegung jedoch immer selbsterklärend und intuitiv ist. Von Hause aus kann die Firmware nicht viel: Neben Uhrzeit und Datum anzeigen kann die Uhr Benachrichtigungen anzeigen, darauf mit Standartantworten reagieren, als Wecker agieren & Musik fernsteuern. Für alles weitere braucht man Apps, dazu später mehr. Die Firmware der Pebble Smartwatch lief stets rund, flott und ohne nennenswerte Probleme.

Apps & Watchfaces

Im Pebble Appstore finden sich bereits über 6000 Apps und Watchfaces. Darunter sind viele bekannte Apps wie TripAdvisior, ESPN, Jawbone UP und Evernote. Auf der Uhr selber lassen sich jedoch immer nur 8 Apps/Watchfaces installieren. In der Regel reicht das aber vollkommen aus.Bild1

Display

Pebble setzt bei seinen Smartwatches nicht wie beispielsweise Apple oder Motorola auf ein normales Display, sondern auf ein E-Paper Display das mit 144 x 168 Pixeln auflöst.  Das reicht bei einer Displaygröße von 1,26 Zoll vollkommen aus, den Text und Bild werden ausreichend scharf dargestellt. Das E-Paper Display kann zwar nur schwarz/weiß darstellen, bietet aber den Vorteil, dass man die Uhr auch ohne eingeschaltete Hintergrundbeleuchtung ablesen kann. Natürlich verfügt die Pebble auch über eine Hintergrundbeleuchtung. Der wohl größte Vorteil des E-Paper Displays ist ganz ohne Frage seine hohe und unschlagbare Energieeffizienz.IMG_1468

Akkulaufzeit

Pebble gibt eine Laufzeit von 5-7 Tagen an. Im dreiwöchigen Test hielt die Uhr im Schnitt sogar rund 11 Tage aus. Also deutlich mehr als der Hersteller angibt. Hut ab!

Lieferumfang

Die Pebble kommt in einem sehr kleinen Pappkarton daher. In ihm befindet sich neben der Smartwatch ein Ladekabel sowie ein Quick-Start-Guide und Garantieinformationen.

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Technische Daten auf einen Blick

Gewicht 38,2 g (inkl. Armband)
Display
  • E-Paper Display
  • 1.26 Zoll
  • 144 x 168 Pixel
Akku 5-7 Tage Laufzeit
Wasserdicht 5 ATM (50 Meter)
Kompatibilität Android & iOS
Größe 52 x 36 x 11.5 mm
Bluetooth 4.0
Armband Silkon (austauschbar; 22mm)
Sensoren
  • Kompass
  • Licht
  • 3D Beschleunigungssensor
Preis ab 99€ (Stand: 12.08.2015)

Fazit

Die “klassische” Pebble ist die erste der mittlerweile drei Generationen Smartwatches aus dem Hause Pebble. Lediglich das nicht sehr schöne und billige Gehäuse, welches (leider) schnell zerkratzt, sprechen gegen einen Kauf. Letztlich sind es wohl die inneren Werte (Software, Display & vor allem der Akku), mit denen die “klassische” Pebble überzeugen kann. Im RooBoo-Team wurde ich immer wieder gefragt, ob man eine Smartwatch ohne Touchscreen überhaupt vernünftig nutzen kann. Die Antwort lautet ganz klar: Ja, und zwar fabelhaft.

Für mich persönlich ist die Pebble ein guter, wenn auch nicht perfekter, Begleiter am Arm. Besonders das in jeder Situation gut ablesbare Display und die lange Akkulaufzeit haben es mir angetan. Auch ohne das Smartphone hervorholen zu müssen und ggf. schnell auf eine Nachricht reagieren zu können ist praktisch. Und so komme ich für meinen Teil zu dem Schuss, dass smarte Uhren, wie die Pebble,  zwar klare Vorteile bieten, jedoch (noch) kein Must-Have-Gadget sind.

Letztendlich muss jeder selber entscheiden, ob ihm die Pebble gefällt und man mit einem nicht sonderlich kratzfesten Display leben kann oder auch nicht. Wer eher auf Edelstahl-Uhren steht greift besser bei der zweiten Generation, der Pebble Steel, welche über Gorilla-Glas verfügt, zu. Wer darüberhinaus auch mehr Apps und ein Farb-E-Paper-Display nutzen möchte greift besser zur aktuellsten Generation, der Pebble Time, zu.

Zu beachten ist jedoch, dass keine der Uhren aus dem Hause Pebble über einen Touchscreen verfügt.

Pro Contra
  • E-Paper Display
  • Display gut ablesbar
  • keine Spiegelung
  • Gute Akkulaufzeiten
  • Einfache Bedienung
  • gute Verarbeitung
  • Verwendung mit Android & iOS
  • Gehäuse aus Kunststoff
  • Display zieht Kratzer an
  • Armband drückt leicht

8Score5Design9Tragekomfort10Akkulaufzeit9Preis/Leistung7Editor's Choise

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Information:
Transparenz ist uns wichtig. Deshalb möchten wir euch nicht vorenthalten, dass uns das Testgerät freundlicherweise von Pebble zur Verfügung gestellt wurde. Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieser Umstand selbstverständlich keinerlei Auswirkung auf unser Testergebnis hat. Bei RooBoo AppReviews liest Du keine gekauften Texte sondern immer die ehrliche Meinung unserer Autoren. Das liegt uns sehr am Herzen.

2 Kommentare

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