Beyerdynamic DX 160 iE – Klangkünstler der Mittelklasse

Die Suche nach Kopfhörern, die sowohl eine gute Soundqualität liefern als auch einen guten Preis haben, ist in der Klasse der In-Ears nochmal deutlich schwieriger als bei den On- und Over-Ears. Jedoch ist es nicht unmöglich. Beyerdynamic beweist dies mit seinem Mittelklasse Modell DX 160 iE.

Beyerdynamic ist einer der Soundtechnologie-Unternehmen, die man problemlos zu den alt eingesessenen unter den klassischen Sound-Unternehmen aus Deutschland zählen kann. 2014 dann stellte das Unternehmen, für eine UVP von 99 €, die DX 160 iE und die iDX 160 iE, für eine UVP von 119 €, vor. Beide Modelle sind weitestgehend identisch, wobei die iDX-Version noch eine Mikrofon- samt Soundsteuerung mittels dreier Buttons ermöglicht. Diese Version ist explizit für iOS-Geräte entwickelt worden, weshalb der Großteil der Steuerung bei anderen Geräten nicht funktionieren dürfte, wohingegen das Mikrofon bei solchen Headsets i. d. R. auch bspw. bei Android-Smartphones funktionstüchtig ist.

Lieferumfang

Der Lieferumfang der DX 160 iE ist erfreulicherweise nicht so spartanisch wie es oft in dieser Preisklasse ist. Den Kopfhörern liegen insgesamt sieben Ohrpassstücke bei. Vier verschiedene Größen von klassischem Silikonstücken, ein Paar Doppelflansch, ein Paar Dreifachflansch und – das Beste zum Schluss – ein weiteres Paar mittelgroßer (T-400) Silikonstücke der recht beliebten Firma Comply. Aufgrund der recht kurzen Kabellänge der eigentlichen Kopfhörer von 30 cm liegt auch ein 90 cm langes Verlängerungskabel bei, womit man die Kopfhörer auf gewohnte 1,20 m Länge bringen kann. Sollte man ein von Kabelgeräuschen geplagter Mensch sein, kann einem eine kleine beigelegte Klammer behilflich sein, mit der man das Kabel der Kopfhörer an der Kleidung o. Ä. befestigen kann. Ein nettes Gimmick im Lieferumfang ist ein Y-Förmiger Adapter, der es einem ermöglicht, an eine Soundquelle (z. B. ein Smartphone) zwei Kopfhörer anzuschließen. Eine weitere erfreuliche Beilage ist ein Hardcase zum Verstauen der Kopfhörer, wenn man unterwegs ist.

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Der Lieferumfang hat es in sich.

Tragekomfort

Der Tragekomfort von In-Ears ist oftmals so eine Sache… Dieser hängt schließlich von vielen Dingen ab; unter anderem vom Gewicht der Kopfhörer. Hier kann man sagen, dass dieser Punkt bei den DX 160 iE als nicht sonderlich störend auffällt. Sicher, es gibt leichtere Kopfhörer, aber auch deutlich schwerere! Für Leute, die Federn mit Plastikgehäuse in den Ohren gewohnt sind, folgt vielleicht eine kleine Eingewöhnungszeit. Aber für ein aus Aluminium bestehendes Gehäuse sind sie erstaunlich leicht. Also ist das Gewicht kein nennenswertes Manko. Der Hauptteil des Tragekomforts der Kopfhörer geht jedoch mit der recht großen Anzahl an Ohrpassstücken einher. Wer nämlich unter sieben Paaren nicht das Richtige findet, hat – sagen wir mal – interessante Ohren. Ein weiterer Vorteil von perfekt passenden Ohrpassstücken, welche so gut wie jeder beim Zubehör dieser Kopfhörer finden sollte, ist, dass mit perfektem Passen auch eine gute Geräuschisolierung einhergeht, was wiederum für eine bessere Soundqualität sorgt.

Funktionen

Dieser Absatz bezieht sich weitestgehend auf die fast baugleichen iDX 160 iE, welche über ein Mikrofon samt dreier Steuerungsbuttons verfügen. Man kann die 20€ teurere Version also zum Telefonieren verwenden, wohingegen der Großteil der Steuerung, welcher für die Musikplayer gedacht ist, bei Android-Smartphones nutzlos sein dürfte. Eine kleinere, jedoch nette „Funktion“ beider Modelle ist die Tatsache, dass sie über ein nur 30 cm langes Kabel verfügen. Sollte man nämlich einen der kleinen klassischen MP3-Player nutzen, so kann man in Kombination mit der Kabelklammer bspw. beim Sport etc. nervende Kabel, die weit umherschweifen, vermeiden.

Verarbeitung

Auch die Verarbeitung der Kopfhörer ist sauber gelungen. Spaltmaße existieren nicht in besonderem Maße. Das Flachkabel, welches Verknotungen die meiste Zeit recht gut verhindert, ist trotz seines fragilen Aussehens recht stabil und es kommt nicht so leicht zum Kabelbruch, wie man es vielleicht bei erster Betrachtung befürchten mag. Eine weitere erfreuliche Idee der Ingenieure von Beyerdynamic ist der zu 45° abgewinkelte Stecker des Verlängerungskabels. 90° abgewinkelte Stecker sind praktisch, wenn man Sporthosen anzieht und sein Handy in die großen, meist seitlich liegenden Taschen steckt, wohingegen senkrechte Stecker bei Jeanstaschen etwas praktischer sind. Der 45° Abgewinkelte ist in beiden Fällen gut aufgehoben.

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Sound

Doch nun zum Wichtigsten – dem Sound. Beyerdynamic beschreibt es wie folgt: „Der In-Ear-Kopfhörer DX 160 iE mit besonders kräftigen Neodym-Treibern bietet einen exzellenten, detailreichen Klang mit einer tiefen Basswiedergabe, klaren Mitten und transparenten Höhen.“. Nun, wie jeder weiß sind Herstellerangaben immer so eine Sache. In solchen Sätzen klingt in nicht wenigen Fällen selbst „gequirlte Scheiße“ wie ein fünf Sterne Menü. Interessanterweise ist die Beschreibung seitens Beyerdynamic jedoch noch untertrieben! In Relation zu anderen Kopfhörern dieser Preisklasse – und teils sogar zu Kopfhörern um die 200€ – dachte ich mir beim Hören einfach nur: „Halleluja!“. Details gehen mit diesen Kopfhörern vergleichsweise wenige verloren, die tiefe Basswiedergabe ist keines Wegs untertrieben, eher im Gegenteil. Der Sound ist, wenn man die Nuancen betrachtet, wahrscheinlich eher als leicht basslastig statt als absolut ausgeglichen zu bezeichnen. Dennoch ist der leichte Fokus auf den Bass hier keineswegs übertrieben. Es ist einfach so, dass die Kopfhörer sehr gut mit dem Bass klar kommen, wodurch es schlicht Spaß macht, mit den DX 160 iE Musik zu hören, wo recht viel Bass vorhanden ist. Ich als leidenschaftlicher Metalhead bekomme (im Folgenden folgt evtl. eine dezente Hyperbel) feuchte Träume, wenn das E-Bass mit einer ihm würdigen Wucht in meinen Ohren ankommt. Aber die Tatsache allein, dass die Kopfhörer sehr gut mit Bässen klar kommen, bedeutet nicht, dass er bei Mitten und Höhen versagt. Im Gegenteil, auch dort können die Beyerdynamics guten Sound abliefern und den Sound in einer für diese Preisklasse erstaunlichen Klarheit und Präzision wiedergeben. Auch die Bühnendarstellung lässt nicht viel Spielraum für Kritik. So machen Bands wie AC/DC, die viel mit der Bühnendarstellung arbeiten, noch einmal viel mehr Spaß.

Technische Daten

Da die nackten Zahlen bzw. die technischen Daten nicht minder wichtig sind als Worte, will ich diese nicht weiter vorenthalten.

WandlerprinzipDynamisch
ArbeitsprinzipGeschlossen
Übertragungsbereich10 – 25.000 Hz
Nennimpedanz47 Ohm
Kernschalldruckpegel107 dB
BauformIn-Ear
Länge des Kabels0,30 m + 0,90 m Verlängerung
KabelartFlachkabel
Anschluss3-pol. Klinkenstecker (3,5 mm)

Fazit: Obere Mittelklasse bis untere Oberklasse zum einwandfreien Preis

Die Beyerdynamic DX 160 iE bieten eine sehr gute Soundqualität, saubere Verarbeitung und recht ausgiebiges Zubehör für eine UVP von 99 € bzw. 119 € im Falle der Headset-Version. Man kann hier also von einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis sprechen.

8.6Score9Sound8Tragekomfort8Verarbeitung9Lieferumfang9Editor's Choice

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Quelle: CNET

1 Kommentar

  1. Mittelklasse? MITTELKLASSE? OBERKLASSE!
    Ich habe dafür damals 100 Euro gezahlt und die sind keine Mittelklasse. Der Frequenzbereich ist exzellent und die Qualität des Sounds überragend. Nur weil das Modell im Laufe der Jahre günstiger geworden ist, ist es keine Mittelklasse. Das sind definitiv Oberklasseinearkopfhörer. Schaue dir doch nur mal die technischen Daten an.
    Habe sie natürlich auch oft an der großen Anlage am guten Verstärker im Betrieb und ich weiß nicht was du mehr willst. Was ist denn für den Autor dann Oberklasse? Die 700 Euro Dinger von Sennheiser?

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