Asus MB169B+ – Wenn ein Monitor unterwegs nicht ausreicht

Das Schönste an USB steckt bereits im ersten Buchstaben, welcher für Universal steht. Seit einiger Zeit ist es möglich, bestimmte Monitore per USB am Computer anzuschließen. Doch erst seit wenigen Jahren hat sich die Technologie so weit entwickelt, dass die Monitore leicht, hochauflösend und mobil sind. Wir haben den Asus MB169B+ für euch getestet und berichten nun!

Seit einiger Zeit veröffentlicht Asus neue mobile Monitore, die sich per USB verbinden lassen und mithilfe von DisplayLink funktionieren. Die neueste Generation (beginnend mit dem Asus MB16AC Modell) verwendet kein DisplayLink mehr, sondern den neuen „Displayport over USB-C“ Standard. Alle Modelle mit DisplayLink benötigen einen Treiber und sind sowohl über USB 3.0 als auch 2.0 kompatibel. Die neueren Modelle erfordern, dass der verwendete Rechner auch ein Displayport Signal über USB-C senden kann und sind nicht rückwärtskompatibel. Wir haben ein gebrauchtes MB169B+ Modell zu einem sehr attraktiven Preis ergattern können, allerdings hat unser Modell zwei helle Flecken, die bei weißem Hintergrund sehr ins Auge stechen.

Bei bestimmten Blickwinkeln stechen die weißen Flecken besonders hervor.

Design und Verarbeitung

Der Monitor kommt mit einem USB-A zu Micro USB 3.0 Kabel und einer Tasche, die sowohl für den Transport als auch als Ständer verwendet werden kann. Das geringe Gewicht von nur 800 Gramm wird durch das Plastikgehäuse ermöglicht. Zusammen mit den recht breiten Rändern auf den Seiten macht der Monitor leider einen wesentlich weniger hochwertigen Eindruck als beispielsweise das Display vom MacBook Pro oder iPad. Nicht zu unterschätzen ist die Größe des Geräts. Das Display selbst hat zwar eine Diagonale von 15,6 Zoll, allerdings besitzt das ganze Gerät eine Diagonale von 17,3 Zoll und in der mitgelieferten Tasche sogar 18,1 Zoll. Der Monitor ist dünn und leicht, dafür besitzt er eine sehr große Fläche und passt nicht in jeden Rucksack.

Im Vergleich zum 13″ MacBook Pro ist der Monitor um einiges größer.

Verbindung und Technologie

Bei der Displaytechnologie handelt es sich um ein IPS Panel, welches im Gegensatz zu TN-Panelen wesentlich bessere Blickwinkel ermöglicht. Beim Vorgänger, dem Asus MB168B+, war ein TN-Panel verbaut. Das Gerät verfügt über einen Ein-/Ausschalter und zwei weitere Tasten zur Steuerung der Helligkeit. Die Verbindung erfolgt über einen Micro USB 3.0 Anschluss. Zu unserer Überraschung war die Verbindung über USB 2.0 (also mit einem einfachen Micro USB Kabel) sehr flüssig und könnte durchaus auch im Alltag verwendet werden. In unseren Tests hat das Gerät bei voller Helligkeit nur rund 6,3 Watt (5,02 V * 1,25 A) verbraucht. Bei Filmen und beweglichen Inhalten blieb die gesamte CPU Auslastung gering, dafür hat der „DisplayLinkManager“ Prozess viele Ressourcen gebraucht. Die Anzeige von statischen Inhalten hat zu einer sehr geringen Auslastung geführt.

Bei Videos benötigt der DisplayLinkManager Prozess wesentlich mehr Ressourcen als bei statischen Inhalten.

Installation und Vorbereitung

Bevor der Asus MB169B+ Monitor angeschlossen werden kann und ein Bild wiedergibt, muss der DisplayLink Treiber installiert und aktiviert werden. Wie bereits erwähnt, wird beim Nachfolgemodell kein Treiber mehr benötigt. Leider haben wir mit dem Treiber von Asus grobe Schwierigkeiten gehabt und mussten diesen zuerst deinstallieren und anschließend den offiziellen Treiber von DisplayLink verwenden. Den Link dazu findet ihr auf der offiziellen Seite. Zu den unterstützten Systemen gehören Windows, MacOS, Android, Chrome OS und Ubuntu. Bei Chrome OS ist der DisplayLink Treiber sogar bereits ins System integriert und kann ohne weitere Konfiguration verwendet werden. Wir haben das Display die meiste Zeit über mit einem MacBook Pro verwendet, aber auch mit Android ausprobiert. Bei unserem OnePlus 6 und einem Moto Z Play hat das Display nur mit einer zusätzlichen externen Stromquelle über ein USB Hub und der entsprechenden App vom PlayStore funktioniert.

Von vorne aus betrachtet ist das Bild trotz IPS Technologie wesentlich besser als von der Seite.

Funktion

Sobald der Treiber installiert ist, läuft alles wie Plug & Play. Sprich: Monitor anstecken und als Zweitbildschirm verwenden! Unter Mac OS wird der Bildschirm korrekt als zweiter Monitor im System erkannt und kann von da aus konfiguriert werden. Wenn man das Display spiegeln lässt, wird das 16:9 Seitenverhältnis vom Monitor am Macbook wiedergegeben und es entstehen oben und unten schwarze Balken. Die größte Enttäuschung ist die geringe Helligkeit des Displays. Zu Hause oder im Büro ist dies kaum spürbar. Im Freien fällt dieser Aspekt vor allem im Vergleich zum sonnenhellen MacBook stark auf. Die Bildwiedergabe ist mit 60 Herz bei der Full-HD Auflösung (1080p) sehr flüssig und mit einem herkömmlichen externen Monitor kaum zu unterscheiden. Leider zeigt der Monitor bei der Farbwiedergabe seine zweite Schwäche: Helle und dunkle Farben sind weniger gesättigt und können ab einem gewissen Schwellwert nicht unterschieden werden. Somit verliert man bei Filmen in dunklen Szenen viele Details.

Die Rückseite des Monitors sieht schick aus, besteht jedoch aus Plastik und fühlt sich alles andere als hochwertig an.

Technische Details

Maße37,9 x 23,6 x 0,85 cm
Gewicht800 g
VerbindungUSB 3.0
Stromversorgung / Verbrauchüber USB / ~7,5 W
AuflösungFull HD (1920 x 1080), 60 Hz
Bildschirmdiagonale15,6″ (16:9)
LieferumfangAsus MB169B+, USB 3.0 Kabel, Tasche

Auf der linken Seite befinden sich die Tasten zur Steuerung und der USB Eingang.

Alternativen

Duet ermöglicht es, den Bildschirm mithilfe eines iPads zu erweitern.

Wir haben die iOS App „Duet“ mit einem iPad Air 2 getestet und haben einige Unterschiede zum Asus Monitor festgestellt. Die Duet Software hat mit der neuen Mac OS Mojave Version zunächst gar nicht funktioniert. Nach einer sehr freundlichen und sehr raschen Support Antwort konnten wir eine Beta Version testen. Leider mussten wir feststellen, dass die Bildwiedergabe spürbar langsamer ist als beim Asus MB169B+ Monitor. Auch der Stromverbrauch ist mit 9-10 Watt wesentlich höher als bei der DisplayLink Alternative. Dafür bringt das iPad auch einige Vorteile mit sich: das Touch Display, eine viel höhere Helligkeit und eine sehr gute Farbwiedergabe. Die Latenz bei Duet hängt auch stark von der Auflösung ab. Bei einer Auflösung von 1024 x 768 Pixeln tun zwar bei näherer Betrachtung fast die Augen weh, dafür ist das Bild sehr flüssig. Der Asus Monitor funktioniert im Alltag stabiler und lässt sich schneller verbinden, dafür ist er um einiges größer und etwas schwerer als das iPad.

Duet Display
Duet Display
Entwickler: Duet, Inc.
Preis: 10,99 €+

Fazit: ein zusätzlicher Monitor auf Kosten der Mobilität.

Der 15,6 Zoll große Monitor liegt mit seinem Preis von rund 250 € bereits in derselben Klasse wie einige Android Tablets und ist nur rund 100 € billiger als das iPad. Im Vergleich zum iPad leiden die Farbwiedergabe, Auflösung und vor allem die geringe Helligkeit des Monitors. Nach der Treiberinstallation reagiert der Monitor flüssig, schnell und zuverlässig. Leider spricht das Gerät nicht vollständig seine Zielgruppe an. Das Gerät selbst ist zwar leicht und dünn, dafür verbraucht es im aufgestellten Zustand viel Platz. Diese Eigenschaften sind alles andere als mobil und komfortabel. Zusätzlich sprechen die weißen Flecken bei unserem gebrauchten Modell von einer eher schwachen Verarbeitung. Das alles bedeutet nicht, dass der Monitor seinen Zweck schlecht erfüllt. Vor allem die Verwendung mit einem sehr kleinen Notebook oder sogar einem Chromebook könnte durch das recht große Display sinnvoll und nützlich sein. Wer jedoch zu Hause bereits ein iPad liegen hat, sollte zuerst die Duet App für 10,66 € ausprobieren, um festzustellen, ob ein weiterer Monitor den gewünschten Verwendungszweck erfüllen würde.

ProContra
flüssige Full HD Auflösung mit 60 Hzschwache Farbwiedergabe und geringe Helligkeit
relativ geringes Gewichtetwas sperrige Größe und breite Bildschirmränder
hohe Kompatibilität mit vielen Betriebssystemen(unter Mac OS) mühsame Treiberinstallation
7.9Score8Funktion9Bedienung7Design8Umfang7.5Editor's Choice

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