Sway – PowerPoint 2.0?

Mehr oder weniger unbemerkt hat die altbekannte Office-Familie im letzten Jahr Zuwachs bekommen: Sway. Klingt fancy? Klingt frisch? Genau das ist es auch, denn die Bezeichnung PowerPoint 2.0 passt ganz gut: Anstelle öder Folien gibt es nun großflächige Bilder – und das alles nur, um eine Geschichte zu erzählen. Ob das klappen kann?

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Schnaaaarch. Was? Schon wieder eine Präsentation vorbei?

Ganz ehrlich: In unserem Leben hat ein jeder schon tausende schlechte Präsentation gesehen: Angefangen mit den mit Text vollgeklatschten Folien über ein grässliches Design und/oder noch viel schrecklicheren ClipArts. Diese ganz schreckliche Sorte von Vorträgen sind zwar selten geworden, aber es gibt sie noch. Leider verstehen die meisten Sprecher nicht, dass es bei einem Vortrag weniger um die Präsentation geht, sondern vielmehr darum, was sie sagen, wie sie es sagen und vermitteln. Die Präsentation ist nur eine Unterstützung, die beispielsweise besonders komplexe Vorgänge noch einmal mit schriftlichen Stichwörtern oder noch besser mit einem großflächigen Bild erklärt und unterstützt.

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Storytellingpower!

Genau hier setzt Sway wohl neben Prezi an. Während wir Prezi aber in die Kategorie des Erklärens von Zusammenhängen einordnen, zeichnet sich Sway eher durch das Storytelling aus. Prezi ist also eher für Kreative und Sway eher etwas, wenn man beispielsweise einen Geschichtsvortrag, eine Idee oder sonstiges präsentiert. Besonders wichtig ist Sway hier die Einbindung von großflächigen Bildern, Videos oder anderen multimedialen Inhalten. Text spielt so gut wie keine Rolle, was auch gut ist, da dadurch die Aufmerksamkeit des Zuhörers nicht verloren geht. Es ist eine andere Art des Vortragens, die dem Ganzen dahintersteht. Ein Beispiel für Vorträge dieser Art, in die Sway sicherlich auch reinpassen würde, sind sogenannte TEDTalks. Dort geht es darum, seine Ideen und Gedanken zu präsentieren.

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Konzept – Yeah! Einstellungsmöglickeiten? – Naja.

Das Konzept von Sway ist also völlig neu und anders. Dadurch ist leider auch die Bedienung der App manchmal etwas schwierig. Nach einer gewissen Lernphase gibt sich das Ganze aber und man kann loslegen. Unterstützt wird man dabei von einer integrierten Bildersuche bei Bing (Es empfiehlt sich  – mal abgesehen davon, ob man Bing mag oder nicht – dort vorbeizuschauen, da die Bilderauswahl oft besser ist als bei Google) und der Möglichkeit, andere Inhalte einzubinden. In dem Sinne kann Sway auch nicht viel mehr als die Bilder dann groß anzuzeigen, Animationen an diesen durchzuführen und beispielsweise in diese hinein zu zoomen. Hier würden wir uns aber noch deutlich mehr Einstellungsmöglichkeiten wünschen, um die Animationen und auch das Overall-Design der Präsentation noch weiter spezifizieren zu können. Schön ist, dass sich Office- und PDF-Dokumente auch importieren und in eine Sway umwandeln lassen. An der Technik dahinter muss allerdings noch gearbeitet werden: Die Ergebnisse sind noch nicht direkt ein Knaller, da der Algorithmus gerade mit Animationen und eigenen Design ins Schleudern kommt.

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Fazit: Potential ist da und das nicht zu knapp.

Eine Präsentation mit Sway wird auf jeden Fall zum Hingucker: Es ist frisch, es ist besonders und eignet sich besonders zum Storytelling. Den Finanzreport in der Firma wird sich damit aber wohl kaum bewerkstelligen lassen.  Sway spricht genau die Klientel an, die es satt hat, sich immer mit unausgereiften PowerPoint-Präsentationen rumzuärgern. Leider fehlen sowohl der Modern App als auch der Webapp noch einige Einstellungsmöglichkeiten und Features. Nicht zuletzt ist wohl das größte Problem, dass Sway noch nicht besonders weit verbreitet ist und bei einer Präsentation auf einem Fremdlaptop nicht funktionieren könnte.

7.2Score7Funktionalität7Bedienung8Design7Umfang7Editor's Choice

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