Docs.com – Selbstbeweihräucherung im Office-Format?

Egal ob bei Facebook, Google+, LinkedIn oder dem eigenen Medium-Profil: Selbstdarstellung im Internet wird immer wichtiger. Einen weiteren Dienst dieser Art hatte Microsoft schon vor Jahren an den Markt gebracht. Vor längerer Zeit hat der Dienst ein Update, das ihn rundum erneuert hat, erhalten und erstrahlt im neuen Glanz. Dies ist Grund genug, um zur Schreibfeder (Computertastatur) zu greifen und ein Review zu schreiben.

Docs.com - Übersicht

Docs.com-Erklärungsversuche im Kurzformat

Docs.com vs. Social Media

Docs.com ist jener sagenumwobene Dienst, der jetzt die Selbstpräsentation verbessern könnte. Während Social Media ja immer mehr zu Link- und Beitragsschleudern verkommen, soll Docs.com wohl eher als Plattform für all jene da sein, die auf ein wenig Selbstpräsentation auf einer eigenen Webseite nicht verzichten wollen, aber doch Wert darauf legen, dass seine eigene Arbeit wie beispielsweise wissenschaftliche Papiere damit verknüpft sind. Warum die Beschreibung so lang und kompliziert ist? Nun, merkwürdigerweise betreibt Microsoft für seinen eigenen kostenlosen Dienst keine Werbung (oder sie ist unglaublich unauffällig), was es echt schwierig macht, den Dienst korrekt einzuordnen. Insgesamt sind die Beitragsseiten oder auch Journalbeiträge, welche vom Nutzer erstellt werden können, mit einem Medium Profil vergleichbar.

Docs.com - Profil

Eine typische Startpage eines Benutzers

Über die Funktionen zum …

… Auflösen der Frage, was Docs.com eigentlich ist: Zum Einen gibt es eine Startseite, in der alle Beiträge wie Journalbeiträge, upgeloadete Papers usw. gesammelt werden. Diese dient wohl dafür, seine Werke zu zeigen oder auch für welche Bereiche in welchen Kategorien man sich interessiert. Daneben gibt es noch eine „Über mich“-Seite und verschiedene Wege, eigene oder fremde Arbeiten zu präsentieren. Die „Über mich“-Seite lässt sich auch mithilfe von Sway, einem PowerPoint-ähnlichem Dienst, selber gestalten. Dies gefällt uns gut. Die anderen Seiten geben die Möglichkeit, auf verschiedenste Art und Weise Dokumente zu teilen, Gedanken zu präsentieren oder auch den Lesern eine Idee von seiner eigenen Arbeit zu geben.

Hierbei fällt uns negativ auf, dass die Präsentation auf Docs.com so abgeschottet von anderen etwaigen Social Media Accounts ist. Ich möchte z.B. meinen Twitter-Feed einbinden können, meine Kontakte über LinkedIn erreichen oder einfach Informationen zwischen den Diensten austauschen können. Gerade weil die Präsentation bei Docs.com eher in die professionelle Vermarktung gezählt werden kann, wäre eine Verknüpfung mit LinkedIn, welches von Microsoft vor einigen Monaten gekauft wurde, absolut wünschenswert und auch notwendig. Gerade durch das fehlende bzw. nur spärlich vorhandene Social Media ist es absolut schwierig, Journalbeiträge von anderen Mitgliedern des Docs.com Netzwerks zu finden oder eine Community bzw. Kontakte aufzubauen. Ob das erwünscht ist, ist die andere Frage.

Docs.com - Beiträge

Die Journalbeiträge sind zwar interessant und werden übersichtlich dargestellt, sind aber einzelne sind schwer zu finden.

Fazit: An der Umsetzung scheitert es noch

Derzeit fehlt dem Dienst in Deutschland wohl einfach nur die Nutzerbase, um wirklich etwas erreichen zu können. Das Design und die Intention sind nett, aber funktionieren meiner Meinung nach als eigenständiges Gebilde nicht. Erst eine Verknüpfung mit Social Media und allem voran mit dem Netzwerk LinkedIn könnte Docs.com aufwerten. Bis dahin ist Docs.com wohl – wie eine eigene Website – eher eine nette Selbstvermarktungsmöglichkeit, die etwas separiert von anderen Internetpräsenzen wie Social Media steht.

6.4Score5Funktionalität7Bedienung8Design6Umfang6Editor's Choice