Google I/O 2016: Neues vom Project Ara

Totgeglaubte leben länger. Project Ara beweist das! Von vielen tot geglaubt, ist es auf der Google I/O 2016 nun dennoch (wahrscheinlich) lebendiger als je zuvor zurückgekehrt. Doch mit der neuen Lebendigkeit gehen auch Verluste einher. Kurz: Project Ara ist nicht mehr das, was es einst mal war.

Begonnen hat es im Jahre 2014, als, wie es der Name schon sagt, modulares Smartphone. Der erste Prototyp wurde nämlich auf der I/O 2014 vorgestellt. Man verfolgte damit das Ziel, ein vollkommen Modulares Smartphone zu bauen. Eines, wo man – ähnlich wie bei normalen PCs – fast alle Bauteile auswechseln konnte. Angefangen vom Kamera-Modul bis hin zum Prozessor. Die Vorteile davon liegen auf der Hand. Ist ein Bauteil, bspw. der Prozessor defekt, so bräuchte man kein komplett neues Smartphone, sondern nur noch das entsprechende Bauteil. Das ist sowohl ressourcenschonend und somit umweltfreundlicher, als auch finanziell betrachtet besser für den Endkunden. Ein wahrer Traum also.

Und es blieb leider ein Traum. Die völlige Modularität der Smartphones, die Anpassung des Betriebssystems und die Alltagstauglichkeit waren alles Probleme, die gelöst werden wollten. Und so wurde schließlich der eigentliche Release, welcher im zweiten Halbjahr 2015 stattfindenden sollte, auf unbestimmte Zeit hin abgesagt. Und danach wurde es still, rund um Project Ara.

Nun ließ Google aber, auf der diesjährigen I/O, gute Nachrichten und einen neuen Starttermin verlauten. So sollen erste Entwicklermodelle bereits dieses Jahr bereitgestellt werden, woraufhin dann 2017 der Release für die Endkunden folgen soll. Doch mit der neuen Lebendigkeit gehen auch Kompromisse einher. So ist das modulare Smartphone nicht mehr derart modular, wie es einst erdacht wurde. Die Kernkomponenten des Smartphones, wie der Prozessor oder der Arbeitsspeicher, können nicht mehr ausgetauscht werden. Vielmehr setzt Googles ATAP-Team, welches hinter der Entwicklung von Project Ara steht, auf größtmögliche Nutzbarkeit, für die Endkunden. So lassen sich bspw. mehr und/oder bessere Lautsprecher anbringen. Bessere Kameramodule. Fingerabdrucksensoren oder, wenn man dem Vorstellungsvideo glauben mag, ein Kompassmodul. Falls man eben ein sehr naturverbundener Mensch ist und viel wandern geht. Im großen und ganzen kann man Project Ara nun nicht mehr nur als modulares Smartphone bezeichnen, sondern vielmehr als voll personalisiertes Smartphone, was sich genau auf die eigenen Bedürfnisse zurechtstecken lässt. Eine, wie wir finden, gute Nachricht.

Schreibe einen Kommentar