Nell Music – Nur eine weitere Material Design App?

Music Player sind für die immer weniger werdenden Verfechter des klassischen Musikbesitzes durchaus wichtige Apps, welche (zumindest bei mir) zu den am häufigsten genutzten Apps gehören. Eine gute App ist dabei also immer eine sehr angenehme Sache. Ob Nell Music zu den (wenigen) guten gehört, dass haben wir herausgefunden.

Die Sache mit dem Design und der Usability

Bei Music Player Apps und dem Thema Design gibt es seit Einführung des Material Design oft einen sehr seltsamen Zwiespalt. Die Guidelines werden dabei nicht selten auf Biegen und Brechen umgesetzt um eine Visuell durchaus beeindruckende und den aktuellsten Standards entsprechende Benutzeroberfläche zu schaffen. Einige eben jener durchaus beeindruckenderen Implementierungen des Material Design findet man bei einer der unzähligen Music Player Apps. Nicht selten fällt jedoch bei all der Mühe, welche in das Design der Benutzeroberfläche fließt, die Usability hinten runter. So sind nicht wenige der optisch ansprechenden Apps da draußen eine (gelinde ausgedrückt) bedienungstechnische Katastrophe, von chronischem Feature-Mangel ganz abgesehen!

Der Auswahlbildschirm eines Albums wurde hier als über dem Hauptbildschirm „schwebende“ Karte designt und ist kein eigener Vollbildschirm.

Und wie ist es nun bei Nell?

Und leider wirkt Nell Music im ersten Moment so, als wäre es schlicht eine weitere dieser misslungen Apps. Das Design gehört hier nämlich definitiv zu den Besseren. Jedoch ist die Bedienung der App anfangs etwas schwergängig. So gibt es, je nachdem von wo aus man ein Lied startet leicht verschiedene „Now playing“-Bildschirme. Was anfangs verwirrt, ist jedoch bei genauer Betrachtung im Grunde ziemlich durchdacht. Startet man ein Lied von einer Album- oder Band-Seite, so hat man einerseits am unteren Bildschirmrand Zugriff auf alle Lieder des Albums bzw. der Band. Swiped man jedoch von dem dargestellten Album Cover aus nach oben, so findet man dort alle Lieder, unabhängig von dem Album oder der Band. Nell Music ist, nach dem man diese kleinen Kniffe herausgefunden hat, eine App, welche sowohl mit gutem Design als auch einer überzeugenden Bedienoberfläche zu überzeugen weiß.

Besagter „Now playing“-Bildschirm.

Der aktuelle Entwicklungsstand und weitere Features

Auch was weitere Features angeht, kann Nell Music überzeugen. Allem voran was Personalisierung angeht. Denn die App bietet dem Nutzer einige Freiheit in der eigenen Gestaltung der Optik der App. Das geht soweit, dass man sogar die Rundungen der Kacheln in ihrem Radius festlegen kann. Des weiteren verfügt die App auch über einen eigenen Equalizer, welcher anstelle des Smartphone eigenen verwendet werden kann. Das mit Abstand größte Manko der App ist, dass SD-Karten im Moment noch nicht erkannt werden und Nell Music nur Musik findet, die direkt auf dem Gerät gespeichert ist. Da sich die App aber noch in der aktiven Entwicklung befindet und an diesem Problem gearbeitet wird, ist das nur ein temporärer Kritikpunkt.

Die Einstellungen der App mit zahlreichen Personalisierungsmöglichkeiten.

Fazit: Mehr als nur eine Designstudie

Nell Music ist (zugegeben zu meiner Überraschung) zur Abwechslung mal eine gut designte Music Player App mit halbwegs durchdachter Benutzeroberfläche. Zwar braucht man einige Minuten um sich einzufinden, jedoch ist das zu verkraften. Wer also Material Design um jeden Preis möchte, für den ist Nell Music eine Kostprobe wert!

8.2Score9Funktion7Bedienung10Design7Umfang8Editor's Choice
Nell Music
Nell Music
Entwickler: Shahin Montazeri
Preis: Kostenlos