[Update: Webapp kommt wohl doch] Allo – Der Messenger, der mit Dir schreibt!

Die Vorführung auf der I/O dieses Jahres war grandios. Ein Messenger, der Dir vorschlägt, was Du schreiben kannst und vieles mehr. Es gab einen Leak nach dem anderen über Allo und dann war es lange Zeit ruhig. In den letzten Tagen gab es dann aber wieder einen richtigen Hype, Release-Termine wurden vorhergesagt usw. Doch jetzt ist der Messenger offiziell erhältlich! Sogar in Deutschland, jedoch mit einem Manko. Was der neue Messenger aus dem Hause Google alles kann, das möchten wir Dir in diesem Artikel näherbringen.

Update vom 24.02.2017 – Aktualisiert von Thorsten

Nach dem Googles Chat-App Allo von den Nutzer doch wesentlich weniger genutzt wird als Google sich dies wünschen würde, scheint man nun andere Wege zu gehen. So arbeitet man bei Google offensichtlich zur Zeit an einer Webapp für den Desktop-Einsatz von Allo. Ursprünglich war ein solcher Schritt von Google ausgeschlossen worden. Die Ankündigung der kommenden Weboberfläche stammt übrigens von Vice President of communications products Nick Fox persönlich via Scrrenshot auf Twitter:

Nähere Informationen gibt es zur Zeit noch nicht. Lediglich das es sich um ein frühes Entwicklungsstadium handeln soll lies Fox durchblicken.

Ursprünglicher Artikel vom 17.11.2016

Update vom 17.11.2016: Was ist denn mit Google los? Jetzt schon Allo 3.0 und neu sind die Chat-Themes, ein neues Stickerpaket von „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ und Emoji-Vorschläge. Bei letzterem werden Dir anhand deines Gesprächs die passenden Emojis bzw. Sticker vorgeschlagen. Doch warum macht Google wegen solchen Kleinigkeiten gleich einen riesigen Versionssprung? Allo 2.1 hätte vollkommen gereicht und warum beschäftigt sich Google so stark mit den Emojis? Es gibt doch deutlich wichtigere Funktionen, die sich die Nutzer wünschen, wie bspw. eine Webanwendung oder eine Synchronisation.

Update vom 27.10.2016: Allo 2.0 ging gestern an den Start und bringt uns nun zahlreiche neue Funktionen. Außerdem sollen weitere folgen. Doch erstmal der Reihe nach, denn was ist alles neu?
Es gibt nun App-Shortcuts und das GIF Keyboard wird unterstützt, beides jedoch nur in Android 7.1. Weiter geht es mit einem Monochrom-Modus, welcher den bunten Chatverlauf dunkel färbt, dem Quick-Reply in einer Benachrichtigung und der Android Wear-Unterstützung, wobei man hier nun endlich auf Nachrichten antworten kann. Zudem wird Direct-Share ebenfalls unterstützt. Bei letzterem werden nun die am häufigsten kontaktierten Personen angezeigt, damit das Teilen schneller von der Hand geht. Dies alles steht natürlich auch ohne Android 7.1 zur Verfügung.
Und etwas Wichtiges hätte ich fast vergessen: Der Google Assistant lässt sich nun mit IFTTT verbinden, wodurch dem Nutzer schier eine unendliche Anzahl an Funktionen geboten wird.

Update vom 20.10.2016: Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Android Developer Preview für Android 7.1 kann der Google Assistant nun auch deutsch. Zwar hapert es noch an manchen Stellen, aber es ist wie gesagt nur eine Preview des Assistanten und er wird stetig verbessert. Achja, der Assistant lernt ja auch noch von selbst. Wie sich die ganze Sache noch entwickelt werden wir sehen.

Noch ein Messenger von Google – Top oder Flop?

In meinen Augen lässt sich nur eines sagen: TOP! Vielleicht auch, weil ich ein kleiner Fanboy bin, aber mal im Ernst: Die Features sind doch einfach nur klasse. Mit Hangouts hat Google einiges falsch gemacht und versucht es nun mit Allo auszubügeln. Kritiker sind anderer Meinung, aber wie sagt man so schön? Jedem das Seine.

Warum sollte ich nach Hangouts jetzt Allo nutzen?

Diese Frage hört man häufig in Kommentaren bei Artikeln über Allo. Doch da kann ich Euch auch nur einen Grund nennen: den Google Assistant! Kritiker sollten sich zumindest aus diesem Grund den Messenger mal angucken. Denn mit dem Assistant hebt sich Google meilenweit ab von WhatsApp & Co. Doch ob nun der Großteil zu Allo wechseln wird? Duo hat ja bereits mehr als eine zehn Millionen Installationen im Play Store, da aber in meinen Augen der Hype um Allo deutlich größer war, wird die Zahl vermutlich auch höher ausfallen. Trotzdem werden viele “zu faul sein”, um zu wechseln oder schlichtweg den Assistant nicht brauchen/wollen. Aber auch hier möchte ich meine Aussage von oben erneut zitieren: “Jedem das Seine.” Wer der Meinung ist, Allo nicht zu brauchen oder dass der Messenger “unnötig” sei, der soll damit leben.

Der Google Assistant – Das Herzstück von Allo

Der Google Assistant ist nur eine Preview und aktuell nur in englischer Sprache nutzbar.

Bevor wir uns aber Allo selbst genauer angucken, denke ich, ist der Google Assistant am interessantesten für jeden von uns. Vor allem dann, wenn Du mal ganz alleine bist und jemanden brauchst, der sich mit dir unterhält. Daher einmal ein paar Funktionen (wer weiß, was die KI noch so alles kann) im Überblick: (Wichtig: Wenn Du mit dem Google Assistant im Chat mit einer anderen Person interagieren möchtest, musst du @google davor setzen!)

  • Dein Gegenüber schickt Dir ein Bild und schon erscheinen unter dem Bild Antwortvorschläge. Ja, das war der Assistant. Er analysiert das Bild und gibt Dir passende Vorschläge. Das funktioniert nicht nur mit Bildern, sondern auch mit normalen Textnachrichten.
  • Du verabredest Dich mit Deinen Kumpels zum Essen und kannst Dir direkt Vorschläge für ein passendes Restaurant geben lassen und im Chat einen Tisch reservieren. Ob und wann das in Deutschland funktioniert, bleibt offen.
  • Dir ist langweilig? Lass Dir einen Witz erzählen oder einfach witzige Bilder anzeigen.
  • Suche mitten im Gespräch auch nach Bildern oder nach Informationen.

Natürlich kannst Du auch einen Chat mit dem Google Assistant starten und so quasi mit Google chatten. Dadurch bekommst Du natürlich noch mehr und natürlich auch Deine “privaten” Infos, so z. B.:

  • Du willst wissen, ob dein Flug verspätet ist? Schreib das dem Google Assistant als wäre er Dein bester Kumpel, und wie durch Zauberei hast Du Deine Flugdaten vorliegen.
  • Wenn Du dem Google Assistant einen Emoji schickst, kann er Dir antworten. Ein Beispiel aus einem Leak: Dem Assistant wurde das Häufchen-Emoji geschickt und was antwortet der Assistant? “What a nice poo”, was auf Deutsch so viel heißt wie “Was für ein schönes Häufchen”. Ich habe es auch nochmal getestet und ja, es funktioniert tatsächlich!
  • Zu Faul zum Tippen? Sende Sprachnachrichten! Ja, jetzt wird es “spektakulär”, denn der Google Assistent kann auch Deine Sprachnachrichten erkennen und darauf antworten. Aktuell nur auf Englisch!
  • Ebenfalls kannst Du auch Spiele usw. spielen.

Für weitere Funktionen einfach fragen: „Can you help me?“.

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Wichtig: Der Google Assistant funktioniert nur, wenn Du Allo mit Deinem Google Konto verbunden hast!

Allo – Das bessere Hangouts

Oh ja, das ist klar. Das wurde auch schon vor dem Release durch unzählige Leaks belegt. Die Funktionen von Allo gibt es kurz und knackig in einer kurzen Aufzählung:

  • Revolutionär ist es nicht, aber Hangouts konnte es nicht: einzelne Nachrichten löschen, wenn auch nur lokal. Wem das nicht reicht, der kann, wie bei WhatsApp, den ganzen Chat löschen. Unwiderruflich!
  • Es gibt neue Sticker! Einzelne Stickerpakete lassen sich bequem in der App runterladen und installieren.
  • Es können Bilder, Videos und Gifs verschickt werden. Bilder lassen sich zusätzlich noch mit einem Pinsel und verschiedenen Farben bearbeiten. Keine Angst, Du brauchst jetzt nicht extra einen Wassermalkasten zu kaufen, Allo kann das von Haus aus.
  • Ein Inkognito-Modus á la Snapchat mit einem Ablaufdatum für die Nachrichten.
  • Du kannst nun alle deine Nachrichten in der App durchsuchen. Sogar den Chat mit dem Google Assistant. Bei Hangouts muss man immer noch (!) den Umweg über Gmail machen.
  • Sprachnachrichten lassen sich natürlich auch versenden und Du kannst nun die Größe Deiner Nachricht anpassen.

Eine Synchronisation der Chatverläufe, wie wir es von Hangouts kennen, gibt es aktuell noch nicht. Wir hoffen allerdings inständig, dass dies noch integriert wird.

Alles wird mitgelesen – Datenschutz Fehlanzeige?

Alles schön und gut, aber wie Du sicherlich aus diesem Artikel auch herausliest, kann der Google Assistant alles mitlesen und sogar Deine Sprachnachrichten, Bilder etc. verstehen. Wenn Du Allo nutzt, sei Dir dessen bitte bewusst! Aber andererseits sollte man eh nichts großartiges Privates mit einem Messenger verschicken, denn nur wenige sind sicher. Da aber ein Großteil der Nutzer trotzdem WhatsApp nutzt und auch vor der Verschlüsselung nutzte, ist es diesen Personen wohl “egal”. Aber auch hier muss es jeder selber wissen. Immerhin bietet Google Dir alle seine Apps kostenlos und ohne Werbung an, natürlich auf Kosten Deiner Daten.

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Allo, Google Assistant und Google Home – Ein unschlagbares Trio?

An dieser Stelle schweifen wir ganz kurz ab und widmen uns Google Home und dessen mögliche zukünftige Zusammenarbeit mit Allo und dem Assistant. Google Home ist ja schon was Geniales, gerade in Zusammenarbeit mit dem Google Assistant. Deshalb denke ich auch, dass Allo später sehr eng mit Google Home zusammenarbeiten wird und somit auch darüber gechattet werden kann. Womöglich lässt sich dann auch ganz schnell ein Videoanruf über Duo auf den Fernseher (mit einem Chromecast) anzeigen, ohne auch nur einen Finger krumm machen zu müssen. Doch das ist alles nur reine Spekulation und deshalb lasst uns einfach getrost abwarten.

Design – Was soll man sagen?

Genau so, genau so stelle ich mir eine App vor! Das Design haut mich persönlich um. Einfach cool gemacht und keineswegs überladen. Durch das übersichtliche Design lässt sich die App einfach und intuitiv bedienen und macht mir sogar Spaß beim benutzen. Google weiß halt (nicht immer), wie man Apps designt. Aber bevor jetzt in den Kommentaren wieder rumgemeckert wird, dass es “hässlich” sei oder was weiß ich, habt bitte folgenden Satz im Hinterkopf: “Design ist Geschmackssache”. Und somit folgt nun das altbekannte Fazit.

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Fazit: Ein intelligenter und genialer Messenger aus dem Hause Google

Ich bin voll und ganz von Allo überzeugt und vollumfänglich zufrieden. Kinderkrankheiten am Anfang sind selbstverständlich und hier hat Google bewiesen, dass man es auch besser als Hangouts machen kann. Somit heißt es nun: Tschüss Hangouts, hallo Allo! Jedoch würde ich mir dringendst noch eine Weboberfläche für Allo wünschen. Gerade wenn man am PC arbeitet, war Hangouts um einiges praktischer.

8.8Score8Funktion9Bedienung9Design8Umfang9.9Editor's Choice
Google Allo
Google Allo
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos
Quelle: Allo